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31. März 2007

Bürgermeisterkandidat Andreas Danzer skizzierte seine Ziele

Er wird für die Freien Wähler in Grabenstätt gegen Bürgermeister Georg Schützinger antreten.

Bericht aus dem Traunsteiner Tagblatt.

Erstmals seit 24 Jahren haben die Grabenstätter bei der Bürgermeisterwahl nicht nur einen Kandidaten. Der Kandidat der neu gegründeten Freien Wähler (FW) Grabenstätt, Andreas Danzer, stellte sich und seine Ziele jetzt in einer Versammlung im Gasthaus "Chiemseebräu" vor. Mehr Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde und mehr Bürgerbeteiligung seien ihm wichtig, sagte er. Das hatte zuvor auch FW-Vorsitzender Anton Mayrhofer unterstrichen: "Die Alleingänge der Gemeinde konnten wir nicht mehr hinnehmen." Bei den Themen Krematorium, Go-Kart-Bahn oder Heim am Karwinkel hätten Bürgermeister und Verwaltung der Diskussion viel Schärfe nehmen können, meinte er.

Gewerbegebiete an der Autobahn, mehr Bauland für Familien, der Ausbau von Geh- und Radwegen und eine Lösung für Schloss Winkl – das seien konkrete Punkte, an denen die Freien Wähler laut Danzer ansetzen wollen. Hätte die Gemeinde rechtzeitig Gewerbegebiete in Autobahnnähe ausgewiesen, hätten sowohl "Fossil" als auch "Windsurfing Chiemsee" in der Gemeinde gebaut, meinte er. Lage, Preise und Autobahnanschluss seien auch für Wohngebiete beste Voraussetzungen.

Schwierigkeiten beim Grunderwerb für Geh- und Radwege wie auch für eine Lösung von Schloss Winkl sieht Danzer in "festgefahrenen Strukturen" begründet. Speziell bei den Radwegen gebe es "persönliche Eitelkeiten im Dorf wegen früherer Grundstücksgeschäfte". Manche Personen könnten halt nicht miteinander. Der jetzigen Führung werde es, wie auch bei Schloss Winkl, nicht mehr gelingen, die Probleme zu lösen. Er selbst als "unbelasteter Kandidat" sehe gute Möglichkeiten, hier voranzukommen. Wichtig seien ihm ferner der Bau eines Kreisverkehrs im Norden Grabenstätts, gerade auch für die Anbindung der Gewerbegebiete in Grabenstätt und Erlstätt, ein Gesamtbild darüber, wohin sich Grabenstätt entwickeln solle, und eine Strategie in Sachen Stechmücken. Den "Schnellschuss mit der Petition" sieht er als falschen Weg: "Man hätte sich Zeit nehmen und das Thema vernünftig aufbereiten sollen. Ich hätte mich da ganz anders verkauft."

Zu Beginn der Versammlung hatte Mayrhofer festgestellt, die Gründung der Freien Wähler habe wesentlich mit Folgendem zu tun: "Entscheidungen werden eigenmächtig getroffen, ohne die Bürger mit einzubeziehen. Dann aber tut man furchtbar erstaunt, wenn die Bürger Einspruch erheben." Danzer sei zum einen wegen seiner Ausbildung in der Verwaltung im Landratsamt, zum anderen wegen seines ehrenamtlichen Engagements in der Gemeinde der ideale Kandidat, meinte er. So wolle man erstmals nach 24 Jahren die Möglichkeit bieten, wieder zwischen verschiedenen Kandidaten zu wählen. Die neue Gruppierung, der bereits 48 Mitglieder angehören, habe die Chance, ab 2008 den Bürgermeister in Grabenstätt zu stellen.

Bezirksvorsitzende Eva Gottstein aus Eichstätt sagte, Grabenstätt sei der 157. Ortsverband in Oberbayern, im Landkreis Traunstein der 9. Sie sagte Unterstützung zu bei politischen Themen, rechtlichen Fragen und Öffentlichkeitsarbeit. Landesvorsitzender Hubert Aiwanger zeigte an Beispielen, vor allem der Bildungspolitik, dass Entscheidungen von oben erhebliche Auswirkungen in Gemeinden hätten. Deshalb müsse man auch auf Landesebene dagegen arbeiten. Unzufriedenheit mit verkrusteten Strukturen seien in vielen Orten die Gründe für neue FW-Ortsverbände. Die Bürger wollten mehr mitgestalten können.