Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Soziales Engagement und Innovationskraft

Pfaffenhofen/Wolnzach - Die Freien Wähler im Landkreis Pfaffenhofen sind für die kommenden Kommunalwahlen gut vorbereitet... mehr

Seiteninhalt

14. Juli

Freie Wähler machen sich stark für Bildung

Wolnzach. Freie Wähler machen sich stark für die Bildung. Unter diesem Motto fand am 14. Juli der erste bildungspolitische Kongress der Freien Wähler in Wolnzach statt. Auf Einladung von Hubert Aiwanger, dem Landesvorsitzenden, un Christian Kögl, dem bildungspolitischen Sprecher der Freien Wähler, trafen sich bildungsinteressierte Freie Wähler aus ganz Bayern im Feststadl am Reitgelände in Wolnzach.

Hubert Aiwanger begrüßte die Teilnehmer und erläuterte die derzeitige Bildungssituation in Bayern. In seinen Ausführungen ging er auf die dringendsten Probleme der bayrischen Bildungspolitik ein. Lange wurden diese Probleme wegdiskutiert, mittlerweile sind die Schwierigkeiten an den Schulen aber unübersehbar und es besteht laut dem Landesvorsitzenden in vielen Bereichen Handlungsbedarf. Ob Lehrermangel, übergroße Klassen, das Hauptschulsterben, Schulabgänger ohne Ausbildungsreife, Ganztagsbetreuung, oder das G8 auf dem Gymnasium, es brennt an allen Ecken und Enden in der bayrischen Bildungslandschaft, so Aiwanger.

Weiter erläuterte der bildungspolitische Sprecher der Freien Wähler, Christian Kögl, die Struktur der Freien Wähler im Rahmen der Bildungsthemen. So wurde vor gut einem Jahr die Stelle eines bildungspolitischen Sprechers besetzt. Zusätzlich konnte ein Arbeitskreis Bildung eingerichtet werden. In diesem Arbeitskreis treffen sich monatlich Fachleute, um auf die tagespolitischen Geschehnisse eingehen zu können. Durch eine eigene Email-Adresse bildung@fw-bayern.de kann dieser Arbeitskreis auch von außen erreicht werden.

In einem Referat stellte der erste Bürgermeister von Wolnzach, Josef Schäch, das Konzept des Jugend- und Bildungsdorfes der Marktgemeinde vor. Besonders am Herzen liegt Bürgermeister Schäch dabei der „Dorfschulcharakter“ des Projektes, das auf dem ehemaligen Raiffeisengelände neben dem Bahnhof in Wolnzach entsteht. Täglich erlebe die Gemeinde auch über das Bürgerbüro die „neue Armut“. Was ihm dabei besondere Sorgen mache, so Schäch, sei eine Jugend, die angesichts von Lehrstellenmangel mit Aussichtslosigkeit konfrontiert werde. Auffälligkeiten unter Jugendlichen würden immer häufiger, weshalb er die Idee des Jugend- und Bildungsdorfes entwickelt habe. Man könne jungen Menschen helfen, indem man ihre innere Wertschätzung aktiviere und ihnen Perspektiven biete. Nichts halte er von Maßnahmen wie dem EQJ (Einstiegsqualifizierungsjahr), wenn dieses nicht voll sozialpädagogisch begleitet werde. Man müsse jungen Leuten eine zweite Chance geben, forderte der Bürgermeister: „Wenn einer was nicht kapiert, muss er eben eine Ehrenrunde drehen!“

Im „Modell Wolnzach“ wird all dies möglich sein. Die Jugendlichen werden mit professioneller Unterstützung hier wieder Selbstachtung tanken können und es nicht mehr nötig haben, mit Auffälligkeiten um Aufmerksamkeit zu buhlen. Insbesondere nannte Schäch in diesem Zusammenhang eine versagende Schulpolitik, und erwarte deshalb speziell von Kultus- und Sozialministerium Unterstützung. Gemeinsames Ziel müsse es sein, dass Kinder wieder in geordneten Verhältnissen aufwüchsen. Über einen Förderverein werde man dafür sorgen, dass „die Welt wieder in Ordnung kommt“.

In der folgenden offenen Diskussion wurden die Probleme der derzeitigen bayrischen Bildungspolitik erläutert und Lösungsansätze erörtert. Die sehr interessante Veranstaltung sprengte dann leicht den geplanten Rahmen, so dass man sich erst gegen 18 Uhr voneinander verabschieden konnte.

Hubert Aiwanger formulierte im Schlussreferat die Ziele der Freien Wähler in Sachen Bildungspolitik. Als zentrale Forderung stellte er dabei eine Reduzierung der Klassenstärke in allen Schularten auf maximal 25 Schüler in den Mittelpunkt. Insgesamt müsse deutlich mehr Personal in die Schulen, um die Situation zu entspannen. „Natürlich kostet das Geld, aber es gibt keinen anderen Weg. Ein Euro investiert in die Bildung bringt drei Euro Rendite. An der Bildung zu sparen bringt explodierende Sozial- und Jugendhilfeausgaben sowie Fachkräftemangel in der Wirtschaft. Das haben wir momentan.“ Als großes Problem sehen Eltern und Lehrer den hohen und frühen Selektionsdruck beim Übergang an Realschule und Gymnasium, ergänzte Christian Kögl.

Daher fordern die Freien Wähler, dass die Kinder fünf statt bisher vier Jahre gemeinsam an der Grundschule unterrichtet werden. Gymnasien und Realschulen werden dadurch personell und räumlich entlastet, Hauptschulkapazitäten können besser genutzt werden. Gefährdete Grund- und Hauptschulstandorte müssen durch eine Absenkung der Mindestschülerzahl von 15 auf 10 pro Klasse und bei Bedarf durch jahrgangskombinierte Klassen gerettet werden, um die wohnortnahe Beschulung zu retten.

Ab der fünften Klasse soll in Grund- und Hauptschule durchgehend ein leistungsdifferenzierter Unterricht eingeführt werden. Dies dient der gezielten Heranführung an Realschule und Gymnasium und ermöglicht auch in den höheren Jahrgansstufen eine größere Durchlässigkeit zwischen den Schularten. Den Lehrern an der Hauptschule soll eine zusätzliche Berufsperspektive ermöglicht werden, indem sie sich auf Realschullehrer-Niveau höher qualifizieren können und dann dementsprechend bezahlt werden. Dies ist gleichzeitig für den leistungsdifferenzierten Unterricht notwendig.

Weiter halten die Freien Wähler eine grundlegende Entrümpelung der Lehrpläne für erforderlich, damit die Schule zielorientierter arbeiten könne. Die Schulen bräuchten zudem mehr Entscheidungsspielraum, beispielsweise zum flexiblen Einsatz von Lehrkräften. Das gelte auch für die Berufsschulen. Berufsvorbereitung und Ausbildungsfähigkeit müssten besonders an den Hauptschulen verbessert werden. Ein flächendeckendes, bedarfsorientiertes Ganztagsangebot sei in allen Schulen Zug um Zug aufzubauen. Der Kindergarten solle anstelle vom Sozialministerium dem Bildungsministerium unterstellt werden. Ein kostenfreies und verpflichtendes letztes Kindergartenjahr diene der Vorbereitung auf die Grundschule. Die Bildungsanforderungen in einer Gesellschaft unterlägen ständigem Wandel, weshalb die Bildungslandschaft immer neu angepasst werden müsse. Es sei unübersehbar, dass die Schule heute auch zunehmend Erziehungsfunktionen übernehmen müsse, wozu man sie in die Lage zu versetzen habe. Überfüllte Klassen, überstopfte Lehrpläne und frustrierte Schüler, Lehrer und Eltern verhinderten derzeit eine Lösung dieser Aufgabe. „Problemzonen müssen angegangen werden, ohne Bewährtes über den Haufen zu werfen“, so der Konsens der anwesenden Freien Wähler.

Zurück

Zum Seitenanfang