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Vorbild Salzburg

Vorbild Salzburg? Freie Wähler informieren sich über das Pollersystem der österreichischen Stadt

Was unterscheidet Ingolstadt und Salzburg? Jeder, der Salzburg kennt, weiß: eine ganze Menge. Nicht so sehr die Einwohnerzahl, hier gut 120 000, dort knapp 150 000, dafür aber die touristische Anziehungskraft. Während Ingolstadt um jeden Besucher froh ist, wird die Stadt an der Salzach von Touristen geradezu überrannt. Einen nachhaltigen Eindruck von diesem Ansturm konnten sich am Samstag FW-Stadträte und Mitglieder des Bezirksausschusses Mitte bei einem Besuch in Salzburg machen. Am ersten Wochenende des Salzburger Christkindlmarkts erstickte die Salzburger Innenstadt geradezu am Touristenstrom. Da damit auch ein enormes Verkehrsaufkommen verbunden ist, sah sich die Salzburger Stadtverwaltung schon vor Jahren gezwungen, ein striktes Verkehrsmanagement einzuführen. Genau darüber informierten sich die Mitglieder der Freien Wähler mit OB-Kandidat Peter Springl und Fraktionsvorsitzendem Markus Reichhart an der Spitze im Rahmen des Besuchs in Salzburg.

Salzburg verfügt zwar über die größte zusammenhängende Fußgängerzone in Österreich, in der Praxis herrschte in den Altstadtgassen aber trotzdem reger Verkehr, nicht zuletzt deshalb, weil viele Touristen die Verkehrsbeschränkungen schlichtweg nicht zur Kenntnis nahmen. Salzburg entschloss sich deshalb zu einer radikalen Maßnahme: Seit 2010 versperren Poller alle 18 Zufahrten zur Fußgängerzone. Das gesamte System – ein 19. Poller ist gerade im Bau – ist eine kleine High-Tech-Anlage. Die Poller sind versenkbar und mit Leitstellen bei der Polizei und Feuerwehr und mit einer Zentrale in der Stadtverwaltung verbunden. Die örtlichen Steuereinheiten können beheizt und gekühlt werden und sind so konstruiert, dass sie möglichst sicher sind vor Vandalismus. „Als wir das System einführten, gab es großes Geschrei vor allem bei den Geschäftsleuten“, berichtete der Mitarbeiter der Salzburger Stadtverwaltung, der die Gruppe aus Ingolstadt führte. Aber dank der politischen Rückendeckung konnte die Stadt das Pollersystem durchsetzen, und heute sind alle Proteste verstummt. „Wir haben jetzt jährlich rund 400 000 Fahrzeuge weniger in der Altstadt, niemand möchte mehr zum früheren Zustand zurück“, resümiert der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Selbstverständlich können Anwohner, Lieferanten, Hotelgäste, Taxis und Fiaker mit ihren Fahrzeugen nach wie vor in die Innenstadt fahren. Für sie gibt es ein differenziertes System von Ausnahmegenehmigungen. Die Anlieferung für die Geschäfte ist von 6 bis 11 Uhr möglich. Danach fahren die Poller hoch. Wer sein Autos unberechtigt innerhalb des abgesperrten Bereichs geparkt hat, kommt nicht wieder heraus, wie sich die FW-Gruppe selber am Mozartplatz überzeugen konnte. Ein Italiener hatte dort sein Auto abgestellt, ohne die Hinweise auf die Poller zu beachten. Ihm blieb nur noch der Gang zur Polizei, die gegen Bezahlung von 100 Euro einen Code für die Ausfahrt ausstellt.

Für Anwohner, Taxis und Fiaker gibt es Fernbedienungen, Hotelgäste und Handwerker bekommen Codes, die aber nur für bestimmte Zeiträume gültig sind. Diese Ausnahmegenehmigungen sind zum Teil auf bestimmte Polleranlagen beschränkt. Die Fernbedienungen werden jeweils für ein Jahr freigeschaltet. Polizei und Rettungskräfte verfügen über Fernbedienungen und Schlüssel und können jederzeit und überall in die Innenstadt fahren. Eine Ausnahmeregelung gilt auch für Behinderte, die mit einem so genannten „Euro key“ alle Poller passieren können. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung erläuterte noch viele technische Feinheiten wie Sicherheitsschleifen, Videoüberwachung, Ampeln und Lastendruckwächter, die zum Beispiel verhindern, dass ein Auto von einem Poller hochgehoben wird.

Nennenswerte technische Probleme hatte die Stadt Salzburg mit den Pollern bisher nicht. Ein 24-Stunden-Service sichert, dass die Anlage jederzeit funktioniert. Einige Unfälle ereigneten sich allerdings schon. „Das passiert vor allem dann, wenn ein Autofahrer versucht, hinter einem anderen Auto noch schnell über den versenkten Poller drüberzukommen“, erzählt der Verwaltungsmitarbeiter. Vor einiger Zeit ist das ausgerechnet den Personenschützern des österreichischen Bundespräsidenten passiert.

 

Markus Reichhart, Fraktionsvorsitzender
(im Namen der FW-Fraktion)