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Eine Stadt trägt Orange

Eimer, Lippenstifte und Glückskekse: Ein Streifzug entlang den Wahlkampfständen

Von Christian Silvester Ingolstadt (DK)

Seite an Seite kämpften sie gegeneinander um Stimmen. Am Samstag reihten sich in der Stadt die Stände der Parteien. Das Volk bekam kiloweise Präsente. Die orangen Eimer der Freien Wähler waren allgegenwärtig. Ab und zu wurde sogar über Politik gesprochen. Sie sind vielleicht nicht das schönste Geschenk, aber sicher das praktischte: die orangen Eimer der Freien Wähler. Der gewitzte Wahlkampfbesucher geht so vor: Am Stein im Zelt der Freien Wähler einen Kübel abgreifen, in der Fußgängerzone die Stände der Parteien passieren und dabei die Präsente einsacken, die dem Volk von allen Seiten in die Hand gedrückt werden – und dann in den FWKübeln verschwinden.

 

Von wegen alles im Eimer: Die markanten Wahlpräsente der Freien Wähler gingen am Samstag rasant weg. 1000 Stück brachten die FW-Aktivisten

Die orangen Behälter prägen in ihrer Penetranz vorübergehend das Stadtbild, schließlich haben die FW, die an diesem sonnig-eisigen Vormittag in dreifacher Fraktionsstärke angetreten sind, 1000 Stück unter die Leute gebracht. Wie jeden Samstag im Wahlkampf. „Die Eimer sind zu einem Symbol geworden", erzählt Fraktionschef Wolfgang Scheuer stolz. Er verwahrt sich natürlich gegen missgünstige Interpretationen der Aktion. Von wegen „alles im Eimer".

Außerdem sei das Interesse am politischen FW-Angebot ebenso erfreulich, besonders bei Verkehrsthemen. Charly Böck und seine Combo trommeln für die FW und gegen die Kälte. „Ein bisschen Karibik-Feeling tut uns gut", sagt Scheuer. Sein Parteifreund Gerd Werding klagt: „Die Grünen haben sich auf einen sonnigeren Platz verzogen." Das stimmt.

Der Stützpunkt am Viktualienmarkt strahlt außerdem im Lichte der Öffentlichkeit, denn ein Staraufgebot an Grünen-Politikern beschäftigt fast ein Dutzend Medienvertreter, bis der Infostand an eine Pressekonferenz erinnert. Bundesvorsitzender Reinhard Bütikofer schimpft über Horst Seehofers „Planlosigkeit" beim Thema Gentechnik und Ernährung. „Er sollte sich verstecken und schämen!" Die langjährige Umweltministerin Nordrhein- Westfalens, Bärbel Höhn, bedient sich leicht unstimmiger Bildlichkeit, als sie erklärt, dass die Grünen „für den Artenschutz viele Anträge in der Pipeline haben", und Landesvorsitzender Sepp Daxenberger, nach einer aktuellen Umfrage zweitbeliebtester Politiker Bayerns, darf geduzt werden. „Servus Sepp, ich bin die Barbara." Auf Wunsch des DK-Fotografen hantiert die Prominenz auf dem Wochenmarkt kurz mit unbelastetem Weißkohl, dann ziehen die Grünen zur Kolpingakademie, wo sie über das Thema Biodiversität konferieren.

Auch die Ingolstädter CSU prunkt mit Prominenz. Die erste Garde ist präsent, die zweite sowieso. Politiker mit bekannten Namen (Lehmann, Wittmann, Regensburger, Genosko, Süßbauer, Lindemann, Geiger, Yilmaz etc.) stehen Spalier, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Einige Kandidaten verteilen Glückskekse. An der Gasflasche, mit der Dieter Bellgardt Ballons aufbläst, hängt ein Lebkuchenherz. Der Aufguss lautet: „Lehmann ist IN". JU-Chef Benedikt Seidenfuß erklärt: „Es gibt drei Typen von Wahlkampfgehern: Diejenigen, die auf Geschenke aus sind. Diejenigen, die gerne plaudern, und die, die Herrn Lehmann kennen lernen wollen."

Kritik an der Erfolgsbilanz, mit der die CSU in Broschüren für sich wirbt, habe er noch keine vernommen, versichert der Kandidat Christian Lösel. An dieser Stelle kann Parteifreund Seidenfuß nicht umhin, den Freien Wählern eine mitzugeben; sie haben mit der Kritik an den CSU-Wurfzetteln angefangen. „Wenn die meinen, mit den Eimern politische Inhalte transportieren zu können – bitte."

Die Eimer. Immer wieder die orangen Eimer. Am Stand der ÖDP schauen Franz Hofmaier und seine Leute etwas missmutig zum FW-Zelt herüber. Die ÖDP-Aktivisten tragen nämlich auch orange Schals. „Und das schon viel länger als die Freien Wähler!" Da könne es ab und an zu Verwechslungen kommen, sagt Hofmaier. „Die Leute fragen uns: ,Seid’s ihr des mit den Eimern?’" Dabei habe die ÖDP so schöne Bleistifte.

Besser küssen mit der SPD Nebenan bei der SPD sind die Dr.-Anton-Böhm-Pflasterboxen der Renner. Es gibt auch eisgekühltes Freibier „für die ganz Harten", aber keine Feuerzeuge – „schließlich ist unser OB-Kandidat Arzt!", sagen die Genossen. Die Begeisterung für die Mohrenkopfwurfmaschine hält sich eher in Grenzen. Ganz anders bei den roten Labello- Lippenstiften mit SPD-Logo. Eine tiefere Bedeutung verberge sich dahinter nicht, höchstens: „Besser küssen mit der SPD!", verrät Juso-Chef Christian De Lapuente. Gudrun Rihl drückt sich gediegener aus: „Stifte für ein geschmeidiges Mundwerk."

Weiter hinten, bei der FDP, gibt es erst das Programm und dann die Präsente. Sofern die noch reinpassen, denn wer mal so weit vorgedrungen ist (danach kommen nur noch Republikaner und Kommunisten), schleppt meistens einen vollen FW-Kübel mit sich herum. „Da gibt’s Leute, die halten uns den Eimer hin und sagen: Nur rein damit!", erzählt Alexander Kalouti, der Christel Ernst dabei hilft, Windräder, Eiskratzer und Einkaufswagenchips zu verteilen, letztere „aus Protest gegen die Mehrwertsteuererhöhung".

Die Eimer verschwinden nur langsam. Am Nachmittag etwa besichtigt eine Reisegruppe aus dem Ausland die Matthäuskirche. Zwei Dutzend Touristen mit Stadtplan, Fotos – und acht orangen FW-Kübeln.