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11.04.2008, Donau Kurier

Die Bündnispartner zögern immer noch

 
Selbst beim dritten Anlauf ist es gestern zu keiner endgültigen Einigung zwischen CSU und FW gekommen

Ingolstadt (rh/sic)

Das Geduldsspiel geht weiter. Auch bei ihrer dritten Verhandlungsrunde konnten sich CSU und Freie Wähler gestern am frühen Abend noch nicht definitiv auf eine enge Zusammenarbeit im Rathaus einigen. Wie Teilnehmer nach dem Gespräch erklärten, gibt es nach wie vor strittige Punkte, über die in den jeweiligen Gremien noch einmal beraten werden soll. Dazu gehören etwa die Größe und die Besetzung der Stadtratsausschüsse.

„Es ist nicht ganz einfach“, bedauerte OB Alfred Lehmann, dass sich eine mögliche Einigung so lange hinzieht, „wir sind weiter im Gespräch.“ Nach Angaben von CSU-Fraktionschef Joachim Genosko haben beide Seiten vereinbart, dass die Freien Wähler bis zum Samstag den Namen ihres Bürgermeisterkandidaten mitteilen, sofern sich FW-Vorstand und -fraktion am heutigen Freitag auf das Bündnis verständigen können. Am Samstag und Sonntag halten sich die Christsozialen zur Fraktionsklausur in Beilngries auf.

FW-Chef Peter Gietl sagte gestern Abend zum DK: „Wir wollen wirklich am Freitag zu einem Abschluss kommen.“ Die Verhandlungen hätten einen Punkt erreicht, an dem sie beendet werden müssten.

Wie berichtet, hatten am Mittwochabend die Freien Wähler bei einer Mitgliederversammlung über die Koalition diskutiert. Glaubt man den Erzählungen, dann hat das Gasthaus Daniel da eine Sternstunde der Demokratie erlebt. Fast drei Stunden lang debattierten die Freien Wähler über die künftige Rolle ihrer Fraktion im Stadtrat. Die Entscheidung, ob es zum Bündnis mit der CSU kommt, fiel zwar noch nicht, allerdings wurde bereits ein Trend in Richtung Kooperation erkennbar. Alle, die den Abend erleben durften, überboten sich nachher an Begeisterung: „Eine wunderbare Diskussion“, „Sowas machen wir jetzt öfter!“, „Vorbildliche Gesprächskultur“, „Ein gewinnbringender Abend“, „Völlige Harmonie“. Ja sogar einen „Markstein der Demokratie“ haben die FW einem Vorstandsmitglied zufolge im Gasthaus Daniel gesetzt.

Informell waren allerdings auch kritische Stimmen zu vernehmen. Einige FW-ler sind der Ansicht, dass es eine perfekt- demokratische Veranstaltung erfordere, die Öffentlichkeit (und mit ihr die Medien) einzuladen. Das aber hatte die FW-Führung unterlassen.

Eine Teilnehmerin berichtete gestern: „Es kann schon sein, dass einige Angst hatten, dass wir recht streiten und deshalb keine Journalisten dabei haben wollten.“ Eine andere Frau von der Basis bestätigte: „Ich war ja vorher selber sehr skeptisch.“ Außerdem, so ihre Vermutung, hätte die Präsenz von Berichterstattern die Meinungsfreude der Diskutanten reduziert. „Da hätte sich sicher nicht jeder alles zu sagen getraut.“

Jedoch: Diese Befürchtung erwies sich als unbegründet, da sind sich alle befragten FW Mitglieder einig. Unisono hieß es gestern: „Die Diskussion war wirklich harmonisch.“

Und wie es sich für vollendete Harmonie gehört, stehen die Einschätzungen von der Basis in Einklang mit der offiziellen Erklärung der FW-Führung. „In der mehrstündigen, lebhaften, aber sehr sachlich geführten Aussprache“, so teilte FW-Vorsitzender Gietl gestern Mittag der Presse mit, habe sich „eine deutliche Mehrheit für eine Zusammenarbeit mit der CSU abgezeichnet.“

 

 


(rh) „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“ Wer am Mittwochabend im Gasthaus Daniel auf ein Bier einkehrte, der mochte sich vielleicht nicht gerade wie Goethe 1792 bei der Kanonade von Valmy fühlen, aber er durfte sich mit einigem Recht für den Zeugen eines historischen Ereignisses in der Entwicklung der Freien Wähler halten. Dabei war die FW-Dramaturgie ganz anders ausgerichtet: Drunten im Gastzimmer sollten die Ingolstädter bei Schweinsbraten und Brotzeitplatten ahnungslos ihren Feierabend genießen, während oben im ersten Stock die FWMitglieder – ohne dass es jemand merkt – wenn nicht bedeutende Entscheidungen zur Koalitionsfrage treffen, so doch in aller Offenheit über die CSU herziehen können.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass ausgerechnet an diesem Abend der DK-Redaktionsstammtisch am Fenster der Daniel-Eingangstür Posten bezogen hatte. Wenn uns oben die Freien Wähler schon nicht zu ihrer Mitgliederversammlung einladen, so dachten die Kollegen, dann soll uns doch wenigstens im Parterre der Mantel der Geschichte streifen.

Das tat er dann auch. Einmal in Gestalt von Stadträtin Carina Liepold, die während der Sitzung nach draußen ging und – wie man sicher annehmen darf – ein ganz wichtiges Handy-Telefonat führte. Einmal in Gestalt von Franz Schabmüller und Karl Schick, die gegen Ende der Veranstaltung vor der Tür verweilten und anderen Mitgliedern ihre Kommentare zur Lage der FW zuraunten.

Selbst beim Gang zur Toilette im ersten Stock konnte man sich als Lokalbesucher der Faszination des Geschehnisses nicht ganz entziehen, da nur wenige Schritte entfernt die Freien Wähler hinter Glastüren um das weitere Schicksal der Stadt Ingolstadt rangen. Unten an den Wirtshaustischen waren derweil immer wieder Beifallsbekundungen zu vernehmen. Es schien mitunter, als würde die Zimmerdecke leicht zu vibrieren beginnen. „Damit ein Ereignis Größe habe“, behauptet der Philosoph Friedrich Nietzsche, „muss zweierlei zusammenkommen: der große Sinn derer, die es vollbringen, und der große Sinn derer, die es erleben.“ Beides war an diesem denkwürdigen Mittwochabend unzweifelhaft der Fall. Doktor Hofmann sollte in seinem großen Ingolstadt-Geschichtsbuch schon mal ein Kapitel für die Daniel-Koalition einplanen.