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00.00.2006
In den Wind gesprochen ...
Je älter ich werde, um so häufiger wohne ich einer Trauerfeier mit anschließender Beisetzung in einem der Ingolstädter Friedhöfe bei. Jedes mal auf`s Neue ärgere ich mich, genau wie viele andere Trauergäste, über die unzureichende Beschallung in den Aussegnungshallen und vor allem bei „größeren Beerdigungen“ am Grab.
Wie es bei Beerdigungen üblich ist, spricht zum Einen der Priester oder Diakon im Rahmen der Trauerzeremonie Worte der Besinnung und des Gedenkens an den Verstorbenen.
Nicht selten wird von Vertretern von Vereinen eine Grabrede zur Ehre des Verstorbenen gehalten. Bei Verstorbenen die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, spricht ein Repräsentant der Gemeinde, der Stadt oder einer anderen Institution, der der Verstorbene einen Teil seines Lebensweges gewidmet hat, dankende und anerkennende Worte aus.
Schade nur, dass nur in Ausnahmefällen die versammelte Trauergesellschaft auch wirklich hören kann, was die Trauerredner ihnen mitteilen wollen. Eine von mir formulierte Anfrage an die Stadt wurde aufgrund der persönlichen Erfahrung von den Mitgliedern des BZA-Südwest unterstützt.
Auf den Antrag hin, die Beschallung zu verbessern und eine mobile Lautsprecheranlage für die Friedhöfe anzuschaffen, bekam der BZA, und somit wir Bürger der Stadt Ingolstadt, eine ablehnende Antwort. Als Hauptargument musste wieder einmal der überforderte Haushalt der Stadt Ingolstadt herhalten. Eine Beschallungsanlage für 2500 Euro ist für unseren Haushalt zu teuer. Ausserdem macht man sich Sorgen, eine zu geringe Nutzung in der Öffentlichkeit darstellen zu müssen und sich die Lautsprecheranlage evtl. nicht amortisiert.
Ich habe da eine andere Sorge.
Ist es nicht schwerer bei den Bürgern der Stadt darstellen zu müssen, dass wir für alle möglichen Hirngespinste der Stadtgestaltung Geld verschleudern und wir bei der Ehre unserer Toten die Rentabilität in den Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen.
Wo sind wir da nur hingekommen. Der Konzern Stadt gewinnt an Fahrt. Stimmt die Richtung noch?
Auch die Anwesenheit und Rede eines städtischen Vertreters ist unrentabel, besonders jedoch dann, wenn die Grabrede nicht das Gehör der Trauergäste erreicht, sondern in den Wind gesprochen ist.
Ich appelliere daher nochmals an die Stadtverwaltung, diesen langjährigen Missstand abzustellen und den ehrenden Worten das Gehör zu verleihen, das den ehrbaren Taten des Verstorbenen gerecht wird. Hans Stachel





