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Kulturbeirat

Kommentar von Helma Karsch

„Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man ´nen Arbeitskreis“.

An diesen, in Parteien oft benutzten Spruch hat sich CSU und SPD im Eichenauer Gemeinderat gehalten, als sie mit ihrer Mehrheit für die Abschaffung des Kulturbeirates stimmten.
Der dabei erhobene Vorwurf, der Kulturbeirat habe nicht so effektiv gearbeitet wie erwartet, trifft seine ehrenamtlichen Mitglieder, die ihre Freizeit für die Gemeinde geopfert haben, hart.  Haben sie es doch bereits in diesen 6 Jahren oft als frustrierend empfinden müssen, dass  ihre Vorschläge und Anträge in der Regel mit dem Hinweis auf knappe Kassen gar nicht erst im Gemeinderat behandelt wurden.

Als eine weitere Begründung für die Abschaffung wurde u. a. angeführt, dass die Jubiläumsfeierlichkeiten von einem Arbeitskreis des Gemeinderates organisiert wurden und der Kulturbeirat nur Vorschläge eingebracht habe. Stimmt! Aber umgedreht wird ein Schuh daraus, denn der Kulturbeirat ist gar nicht in die Planung und Organisation einbezogen worden. Er wurde erst jeweils hinterher über die bereits getroffenen Entscheidungen informiert. Nicht einmal beim Entwurf des Logos für das Jubiläumsjahr wurde die im Kulturbeirat vorhandene Fachkompetenz genutzt, obwohl das Logo dann bestimmt schöner und aussagekräftiger geworden wäre.

Der Kulturbeirat hat zwar nicht, wie behauptet, selbst seine Auflösung angeregt, jedoch haben einige engagierte Mitglieder bei dieser fehlenden  Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat die Frage aufgeworfen, welche Funktion der Kulturbeirat  noch hätte. Nur lag die Schuld nicht in einer schlechten Zusammensetzung des Kulturbeirates, sondern in der mangelnden Bereitschaft des Gemeinderates zur Zusammenarbeit. Spätestens der spektakuläre Austritt von Wolfgang Heilmann hätte eigentlich den Gemeinderat zum Nachdenken anregen müssen.

Woher die 2. Bürgermeisterin ihre Kenntnis hat, dass die Zusammenarbeit  im Kulturbeirat nicht optimal gewesen sei und dass es die Künstler nicht interessiert hätte, was die Musiker machen, erstaunt mich doch sehr, denn ich kann mich nicht daran erinnern, sie jemals bei einer Sitzung des Kulturbeirats gesehen zu haben. Auch in den Protokollen der Sitzungen, an denen ich nicht teilnehmen konnte, fand ich keinen Hinweis auf ihre Anwesenheit.

Mit seiner Aussage, dass die Kulturarbeit in unserer Gemeinde Nischen besetzt, hat der Bürgermeister durchaus Recht. Aber von einer Gemeinde mit so vielen Kulturschaffenden wie in Eichenau, sollte man eigentlich erwarten, dass sie mit Kultur mehr füllt als eben nur Nischen, wenn man sich von umliegenden Gemeinden abheben möchte.

Helma Karsch, Schriftführerin des ehemaligen Kulturbeirates
Eichenau, Hoflacher Str. 79
27.07.2008

 

Abstimmungsergebnis

6 Ja
18 Nein