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Degernpointumfrage

Meinung dazu von Dollinger Josef, Stadtrat und 2. Bürgermeister

Mit der 3. Änderung des Bebauungsplanes Degernpoint wurde 2010 beschlossen, dass Betriebe mit "innenstadtrelevantem Warensortiment" zukünftig keine Genehmigung im Gewerbe- und Industriegebiet Degernpoint erhalten.

Grundlage für unseren damaligen Beschuss war ein Gutachten von Dr. Leiner, der uns zur Stärkung unserer Innenstadt diese Empfehlung gab. Gleichzeitig aber wurden in dem Gutachten auch Maßnahmen wie die zentrumsnahe Ansiedlung z.B. eines Elektrofachmarktes gefordert.

Leider zeigt die Praxis der vergangenen fünf Jahre, dass außer der zwischenzeitlich mehr als umstrittenen Bebauungsplanänderung nichts geschehen ist.

Ich war ein absoluter Befürworter der damaligen Bebauungsplanänderung und ging in meiner Konsequenz sogar so weit, gegen die Errichtung des Baumarktes zu stimmen, denn in meinen Augen führt dieser im überwiegenden Umfang innenstadtrelevantes Sortiment. Heute bin ich selbst Kunde und spare mir zahlreiche Wege nach Landshut.

Durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre und die zahllosen Gespräche mit Bürgern, die sich moderne Einkaufsmöglichkeiten auch in unserer Stadt wünschen, habe ich meine Meinung geändert und spreche mich nun für die Aufhebung der damaligen Änderung aus. Ich bin davon überzeugt, dass selbst Herr Dr. Leiner nach heutigen Gegebenheiten zu einem anderen Schluss kommen würde. Eine erneute Änderung des Bebauungsplanes Degernpoint darf aber keines falls heißen, dass damit das Ziel die Attraktivität unserer Innenstadt zu steigern aufgegeben wird. Mir ist es wichtig - und ich bin selbst Unternehmer mit einem nicht unbedeutenden Kundenpotential in der Innenstadt - dass trotz der Öffnung für Degernpoint, oder erst recht deshalb, neue Geschäfte in der Innenstadt angesiedelt werden können und dass wir unsere Innenstadt städtebaulich voranbringen. Dass sich ein modernes Gewerbe- und Industriezentrum für eine florierende Innenstadt auch positiv auswirken kann, sehen wir an unserer Nachbarstadt Erding.

Moosburg als Mittelzentrum braucht auch in fünf Jahren noch ein zeitgemäßes, verbraucherfreundliches und kundenanziehendes Gewerbegebiet. Wenn wir nicht jetzt die Notbremse ziehen und Degernpoint wieder zum Leben erwecken, verlieren wir weitere Betriebe an umliegende Gemeinden und haben in einigen Jahren neben einer schlafenden Innenstadt auch noch ein ödes, langweiliges und unattraktives Gewerbegebiet.

Schade wäre es für Moosburg und sicherlich auch der Umwelt nicht dienlich, wenn wir in einigen Jahren zu den modernen Einkaufsmärkten in unsere umliegenden Gemeinden fahren würden, weil bei uns die Zeit  seit 2010 stehen geblieben ist.


Meinung dazu von Groeneveld Hinrich, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender

Die historische Innenstadt ist Moosburgs Aushängeschild. Wenn wir einem auswärtigen Besucher unsere Stadt zeigen wollen, präsentieren wir ihm nicht die Blechhallen von Degernpoint, sondern unsere Innenstadt. Über den Stadtkern identifizieren wir uns mit unserer Heimatstadt. Das funktioniert jedoch nur so lange, wie er mit Leben erfüllt ist, und Cafés alleine werden dieses Leben nicht erzeugen. Es muss auch eine gesunde Mischung an Geschäften vorhanden sein, um Menschen in die Stadt zu ziehen.

Diesen Aspekt hat der Konsument zunächst nicht im Auge. Für ihn ist es praktischer, seinen Einkauf in einer großflächigen Halle mit vielen Parkplätzen in Degernpoint zu erledigen und wenn es erlaubt wäre, würden sich die Geschäftsinhaber notgedrungen darauf einstellen. Das würde jedoch viele verwaiste Gebäude in der Innenstadt zurücklassen und dessen Tod bedeuten. Nach amerikanischem Vorbild würden wir die Identität unserer Heimatstadt zugunsten eines Shoppingparadieses auf der grünen Wiese opfern.

Diese Zusammenhänge wurden von Dr. Robert Leiner von der iq-Projektgesellschaft in einem Marktstrukturgutachten, das von der Stadt Moosburg 2009 in Auftrag gegeben wurde, aufgezeigt. Es handelt sich also nicht um eine Einzelmeinung, sondern um die Erkenntnisse von professionellen Stadtmarketing-Strategen. Von diesen wurde das Konzept entwickelt, innenstadtrelevantes Warensortiment in Degernpoint auszuschließen, um den Geschäften in der Stadt das Überleben zu ermöglichen. In den sechs Jahren, die seitdem vergangen sind, ist vielleicht nicht alles optimal gelaufen, die Zeitspanne ist jedoch viel zu kurz, um das Konzept bereits jetzt über den Haufen zu werfen. Ohne unser Innenstadtkonzept wäre der Leerstand vermutlich noch viel größer.

Deshalb plädiere ich dafür, am Ausschluss von innenstadtrelevantem Sortiment in Degernpoint festzuhalten.


Meinung dazu von Kieninger Ludwig, Stadtrat

Die große Mehrheit unserer Mitbürger will, zumindest für den größeren Einkauf, möglichst nahe am Geschäft "stressfrei" parken und eine möglichst große Auswahl an Produkten im Geschäft vorfinden.

Wenn die Marktanpassung z. B. in Degernpoint weiterhin verhindert (verboten) werden soll, wird der Verbraucher vermehrt in die Einkaufsmärkte der umliegenden Gemeinden, aber die wenigsten in die Innenstadt, abwandern.

Die Innenstadtsituation könnte durch richtige Maßnahmen, aber nicht durch Verbote/Verhinderungen, verbessert werden.

Thema Parken:
- 1/2 oder 1 Stunde kostenfreies Parken in der Innenstadt
- Parkplatzmehrung durch ein Parkgeschoß Auf dem Plan anstelle von Reduzierungen
- Stellplätze, wo möglich, auf 3 m verbreitern
- Parkplätze öffentlich und reserviert in der Setz-Tiefgarage endlich ordnen

Öffnungszeiten: Die Geschäftszeiten sind möglichst zu vereinheitlichen und zeitlich auszuweiten und der Konkurrenz anzupassen.

Prioritäten: Das brachliegende Gelände von ehem. Jugendhaus und Polizei ist vorrangig zu überplanen und schnellstens zu beleben, anstatt den Plan zu beruhigen, durch das Zerstören von dringendst  benötigten Stellplätzen mit Steuergeldern.

Die ideologischen Entscheidungen gegen das Auto sind unsinnig und schaden nur der Innenstadt. Eine Mitbürgerin hat mir berichtet, dass Sie kürzlich wegen Grippe ein Medikament in einer Innenstadtapotheke besorgen wollte. Nachdem Sie keinen Parkplatz fand, fuhr Sie in das Setz-Parkhaus, ging zur geschlossenen Apotheke (Mittagspause), ging zum Parkhaus, löste mit 1 EUR Ihr Auto aus und fuhr nach .......... wohin Sie auch künftig fahren will!


Meinung dazu von Reif Johann, Stadtrat

  1. Die Stadt Moosburg ist mit den bestehenden Märkten (Penny, Netto, Rewe, Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Karadeniz Market ....) gut versorgt.
  2. Eine Vergrößerung der Verkaufsfläche bei Lidl von 600 auf 1300 qm bedeutet eine Erweiterung der Produktpalette (Siehe auch Werbung von Lidl in den Medien, die heute begonnen hat). Dieses erweiterte Warenangebot schwächt den Handel in der Innenstadt und hat eine weitere schleichende Verödung in unserer Innenstadt zur Folge.
  3. Im Wahlkampf haben sich alle politischen Gruppierungen für eine Verbesserung der Situation in der Innenstadt ausgesprochen. In der Vergangenheit haben sich Gremien mit Mehrheitsbeschlüssen gegen ein Warenangebot mit innenstadtrelevanten Produkten ausgesprochen. Dieser Zickzackkurs verunsichert Planer, Investoren und Bevölkerung und trägt zu einem Imageschaden der Politik bei.
  4. Die Steuereinnahmen durch Supermarktketten sind für die Gemeinden aufgrund von Steuergesetzen nicht nennenswert.
  5. Ein Negieren von teuren Gutachten von Experten ist verantwortungslos, unprofessionell und arrogant. Gutachten, die vom Stadtrat mit großen Mehrheiten beauftragt wurden gehören umgesetzt, auch wenn diese nicht ins eigene subjektive Meinungsbild passen.
  6. Eine Schwächung des Einzelhandels in der Innenstadt hat auch negative Auswirkungen für andere Bereiche. Durch abnehmende Attraktivität verschlechtert sich auch die wirtschaftliche Situation von Gastronomie etc. Ein Ausweichen der Kunden in andere attraktivere Städte zum Flanieren, Einkaufen, Besuch von Restaurants, Kinos, Bildungseinrichtungen usw., wäre das Resultat.