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Mit den Orienthelfern im Irak. Gottfried Obermair erzählt

Der Bericht als PDF mit Bildern.

Liebe Freunde.
Ihr wisst, dass ich für einige Tage mit den Orienthelfern im Irak zur Feuerwehrausbildung war. Ich den nächsten fünf Tagen werde ich euch über meine täglichen Erlebnisse berichten, denn es verlief nicht alles so, wie geplant.

Erster Tag, 5.12.2015 - Abflug von München über Istanbul in den Irak

Flug von München nach Istanbul und weiter nach Erbil (Irak). Erbil selber ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak.

Obwohl ich schon sehr viel geflogen bin und manche Turbulenzen auf Flügen erleben durfte, war der Flug von Istanbul über das Taurusgebirge nach Erbil von gewaltigen Turbulenzen gezeichnet obwohl das Wetter sehr schön und die Sicht ausgezeichnet war. Wenn dann schon mal neben dir die Passagiere zu Beten beginnen, trägt das sicherlich nicht ganz zur Beruhigung bei. Kurz vor Landung ändert das Land seine Farben: von den weißen über dreitausend Meter hohen Bergen über graue Felsen bis hin zu rötlich orangem Untergrund, der eher wie Wüste aussieht.

Dann das zweites Problem nach Ankunft am Flughafen in Erbil: mein Fahrer, der mich abholen sollte, ist nicht da. Von einem Flughafenmitarbeiter konnte ich in Erfahrung bringen, dass es am Flughafen eine „zweite Ankunftshalle“ gibt, bei der der Fahrer eventuell auf mich wartet. Hört sich jetzt alles verdammt einfach an, nur die zweite Halle lag irgendwo in der weiten Fläche (als Teil des Flughafens überhaupt nicht wahrnehmbar) und war auch nur über eine Busverbindung erreichbar. Also warten auf einen Bus, irgendwie verständlich machen, ob er auch da hinfährt wo man hin möchte und dann einsteigen und hoffen, dass ein Mix aus Englisch und Zeichensprache erfolgreich war.

Und dieser Mix war erfolgreich: tatsächlich wartete bei der zweiten Ankunftshalle Kamra, mein Fahrer für die nächsten beiden Tage. Kamra bringt mich noch vor Sonnenuntergang in mein Hotel und erklärt mir, obwohl ich keine Frage diesbezüglich gestellt habe (und ich grundsätzlich religiöse als auch politische Fragen tunlichst vermeide), dass mein Hotel in einer von Christen bewohnten Gegend liegt und ich mir keine Sorgen um meine Sicherheit machen brauche. Er selber sei auch Christ – und auch das wird sich besonders am nächsten Tag bei der Fahrt von Erbil nach Dohuk als äußerst wichtig erweisen. Dass ich im „Christentum“ gelandet bin, kann ich auch an dem Weihnachtsbaum in der Rezeption meines Hotels erkennen.

Kamra meint auch, ich könne ruhig bei Dunkelheit ausgehen und müsse mir keine Sorgen machen. Mache das dann auch, entferne mich aber nicht zu weit von meinem Hotel. Morgen soll ich zum Frühstück auf meinen Kollegen Hans Haslberger von den „Orienthelfern“ treffen um gemeinsam mit unserem Fahrer durch die Berge nach Dohuk, dem Ziel (und Auftrag) unserer Reise, zu fahren.

Flug von München nach Istanbul und weiter nach Erbil (Irak). Erbil selber ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak.
Obwohl ich schon sehr viel geflogen bin und manche Turbulenzen auf Flügen erleben durfte, war der Flug von Istanbul über das Taurusgebirge nach Erbil von gewaltigen Turbulenzen gezeichnet obwohl das Wetter sehr schön und die Sicht ausgezeichnet war. Wenn dann schon mal neben dir die Passagiere zu Beten beginnen, trägt das sicherlich nicht ganz zur Beruhigung bei. Kurz vor Landung ändert das Land seine Farben: von den weißen über dreitausend Meter hohen Bergen über graue Felsen bis hin zu rötlich orangem Untergrund, der eher wie Wüste aussieht.
Dann das zweites Problem nach Ankunft am Flughafen in Erbil: mein Fahrer, der mich abholen sollte, ist nicht da. Von einem Flughafenmitarbeiter konnte ich in Erfahrung bringen, dass es am Flughafen eine „zweite Ankunftshalle“ gibt, bei der der Fahrer eventuell auf mich wartet. Hört sich jetzt alles verdammt einfach an, nur die zweite Halle lag irgendwo in der weiten Fläche (als Teil des Flughafens überhaupt nicht wahrnehmbar) und war auch nur über eine Busverbindung erreichbar. Also warten auf einen Bus, irgendwie verständlich machen, ob er auch da hinfährt wo man hin möchte und dann einsteigen und hoffen, dass ein Mix aus Englisch und Zeichensprache erfolgreich war.Flug von München nach Istanbul und weiter nach Erbil (Irak). Erbil selber ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak.
Obwohl ich schon sehr viel geflogen bin und manche Turbulenzen auf Flügen erleben durfte, war der Flug von Istanbul über das Taurusgebirge nach Erbil von gewaltigen Turbulenzen gezeichnet obwohl das Wetter sehr schön und die Sicht ausgezeichnet war. Wenn dann schon mal neben dir die Passagiere zu Beten beginnen, trägt das sicherlich nicht ganz zur Beruhigung bei. Kurz vor Landung ändert das Land seine Farben: von den weißen über dreitausend Meter hohen Bergen über graue Felsen bis hin zu rötlich orangem Untergrund, der eher wie Wüste aussieht.
Dann das zweites Problem nach Ankunft am Flughafen in Erbil: mein Fahrer, der mich abholen sollte, ist nicht da. Von einem Flughafenmitarbeiter konnte ich in Erfahrung bringen, dass es am Flughafen eine „zweite Ankunftshalle“ gibt, bei der der Fahrer eventuell auf mich wartet. Hört sich jetzt alles verdammt einfach an, nur die zweite Halle lag irgendwo in der weiten Fläche (als Teil des Flughafens überhaupt nicht wahrnehmbar) und war auch nur über eine Busverbindung erreichbar. Also warten auf einen Bus, irgendwie verständlich machen, ob er auch da hinfährt wo man hin möchte und dann einsteigen und hoffen, dass ein Mix aus Englisch und Zeichensprache erfolgreich war.
Und dieser Mix war erfolgreich: tatsächlich wartete bei der zweiten Ankunftshalle Kamra, mein Fahrer für die nächsten beiden Tage. Kamra bringt mich noch vor Sonnenuntergang in mein Hotel und erklärt mir, obwohl ich keine Frage diesbezüglich gestellt habe (und ich grundsätzlich religiöse als auch politische Fragen tunlichst vermeide), dass mein Hotel in einer von Christen bewohnten Gegend liegt und ich mir keine Sorgen um meine Sicherheit machen brauche. Er selber sei auch Christ – und auch das wird sich besonders am nächsten Tag bei der Fahrt von Erbil nach Dohuk als äußerst wichtig erweisen. Dass ich im „Christentum“ gelandet bin, kann ich auch an dem Weihnachtsbaum in der Rezeption meines Hotels erkennen.
Kamra meint auch, ich könne ruhig bei Dunkelheit ausgehen und müsse mir keine Sorgen machen. Mache das dann auch, entferne mich aber nicht zu weit von meinem Hotel. Morgen soll ich zum Frühstück auf meinen Kollegen Hans Haslberger von den „Orienthelfern“ treffen um gemeinsam mit unserem Fahrer durch die Berge nach Dohuk, dem Ziel (und Auftrag) unserer Reise, zu fahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweiter Tag im Irak - 6.12.2015 - Fahrt von Erbil nach Dohuk; Besichtigung der Feuerwehrfahrzeuge

Hans Haslberger ist ebenfalls gegen 02:30 Uhr in Erbil angekommen. Um 7:30 Uhr treffen wir uns zum Frühstück im Hotel.

Um 8:30 Uhr verlassen wir Erbil und fahren mit Kamra, unserem Fahrer durch das Gebirge nach Dohuk. Der Name Dohuk bedeutet auf Kurdisch „kleines Dorf“. Naja, bei 500.000 Einwohnern und zusätzlich 500.000 Menschen in den Flüchtlingslagern um Dohuk (dazu später mehr) kann man wohl nicht mehr von „klein“ sprechen.

Aus Sicherheitsgründen nimmt Kamra die Route durch das Gebirge. Das bedeutet, dass wir vier Stunden für die Strecke benötigen. Auf der Strecke gibt es so um die 10-12 „Checkpoints“, die von Militär bewacht werden und bei denen wir auch immer anhalten müssen. Kamra erklärt mir, dass es sich immer um die gleiche Frage der Wachtposten handelt: Seid ihr Christen? Antwort: ja! Somit darf man weiterfahren. Die Christen, so erklärt Kamra weiter, gelten als neutral und nicht als in irgendeiner Weise gefährlich. Ich muss an dieser Stelle auch erwähnen, dass ich nie um meine Sicherheit Ängste hatte. Die Menschen in dieser Region sind allgemein sehr freundlich.

Leider ist das Wetter heute bewölkt und als wir auf unserem Weg nach Dohuk in höhere Bergregionen kommen, fällt Schnee. Kurz vor Dohuk sehen wir die ersten großen Flüchtlingslager.

In Dohuk angekommen, fahren wir zuerst in das Büro der „Welthungerhilfe“ (WHH), über deren Verbindung die „Orienthelfer“ die beiden Feuerwehrfahrzeuge nach Dohuk gebracht haben. Dort treffen wir auf Mike Bonke, dem Projektleiter der WHH vor Ort. Nach einem kurzen Gespräch fahren wir weiter zum Gebäude der „Civil Defense“, eine Einrichtung für Zivil- und Katastrophenschutz. Wir werden vom obersten Direktor der Civil Defense empfangen und „beim Tee“ bedankt er sich für die beiden gelieferten Feuerwehrfahrzeuge.

Unsere beiden Feuerwehrfahrzeuge, so der Direktor weiter, sollen in der Nähe der Flüchtlingslager stationiert werden, da im Brandfall der Weg von der Feuerwehr in Dohuk bis zu den Flüchtlingslagern zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde und ein Brand im Flüchtlingslager, sofern er nicht so schnell als möglich gelöscht werden kann, in eine Katastrophe münden könnte. Besonders im Winter ist die Brandgefahr groß, da in den Zelten und Containern gekocht und geheizt wird. Man muss sich vorstellen, dass es um Dohuk so um die 12 Flüchtlingslagern gibt, in denen 500.000 Menschen untergebracht sind. Das macht im Schnitt pro Flüchtlingslager um die 40.000 Menschen (z.B. die Stadt Fürstenfeldbruck hat 34.000 Einwohner).

Nach dem Gespräch bei dem Direktor konnten wir unsere beiden Feuerwehrfahrzeuge (es handelt sich um ein TLF 16/25 mit 2.500 Liter Wassertank von der FW Hofolding und ein LF 16/10 mit 1.200 Liter Wassertank von der –FW Greifenberg) besichtigen und auf Vollständigkeit und Funktion prüfen. Bei der Prüfung der Schläuche finde ich zwei Feuerwehrschläuche mit der Aufschrift „FFW Germerswang“ und freue mich wahnsinnig, denn die Schläuche sind von meiner Feuerwehr, bei der ich Kommandant bin und die ich vor über einem Jahr an den Hans Haslberger für den Einsatz in den Krisengebieten übergebe habe.

Wir kontrollieren die Ausrüstung beider Feuerwehrautos mit den Einsatzkräften vor Ort und erklären, wie Rettungsschere oder Hebekissen funktionieren und müssen für den Einsatz mit Schaummittel improvisieren, da ein wesentlicher Schlauch fehlt. Einen Schlauch besorgen wir von einem der vielen kleinen Haushaltsgeschäften am Straßenrand. Die erforderliche Kupplung für den Anschluss montieren wir von einem nicht benötigten Strahlrohr – man muss sich in solchen Situationen zu helfen wissen und Hans und ich ergänzen uns so dermaßen gut, als ob wir schon immer zusammen in fremden Ländern gemeinsam eine Feuerwehrausbildung durchgeführt hätten.

So gesehen sind Einsatzmittel und wir als Trainer bereit für das morgige intensive Training – und dieser Tag sollte es in sich haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dritter Tag im Irak - 7.12.2015 - Trainingstag

Um 7:45 Uhr wurden wir vom einem der WHH-Fahrer abgeholt, der uns zum Gebäude der „Civil Defense“ bringt wo unsere FW-Fahrzeuge stehen. Mit einem der Fahrzeuge fahren wir zu dem Trainingsgelände außerhalb Dohuk.

Vor Ort teilen Hans und ich die Leute in zwei Gruppen ein und vergeben innerhalb der Gruppen die Funktionszeichen für Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp sowie Maschinist, Melder und Gruppenführer. Wir erklären die einzelnen Aufgaben und gehen den Ablauf eines Löscheinsatzes mit allen Befehlen, Rückmeldungen und erforderlichen Löschgeräten durch. Nach einer zweimaligen Trockenübung führen wir eine Übung mit Wasser durch. Das funktioniert hervorragend. Leider reißt einer der C-Schläuche, aber das Löschteam reagiert hervorragend und tauscht den defekten Schlauch während innerhalb weniger Sekunden aus. Mit der zweiten Gruppe läuft die Ausbildung, bzw. das Training ebenfalls sehr gut.

Als nächstes steht „Saugschlauchkuppeln“ an um zu üben, wie der 2.500-Liter große Wassertank des Feuerwehrfahrzeuges über ein Ansaugen aus einem Fluss oder See gefüllt werden kann.

Dann kam das Unvorhergesehene: Gegen 13.30 bekam ich einen Anruf unseres Kollegen Max Hagn (Mitarbeiter der Orienthelfer) aus München, indem er uns mitteilte, dass alle Flüge in und aus dem Irak mindestens für die nächsten 48 Stunden, voraussichtlich aber bis Freitag, abgesagt sind, bzw. der Luftraum gesperrt sei. Zugleich rät das Auswärtige Amt davon ab, den Irak auf dem Landweg in die Türkei zu verlassen. Grund für diese Maßnahmen konnte mir Max (noch) nicht nennen.

Höflich und ohne Hektik brechen wir unsere weiteren angedachten Übungen und Vertiefungen ab, überreichen Feuerwehrabzeichen für die Teilnehmer und stehen noch für die von den Teilnehmern gewünschten Fotos zur Verfügung.

Inzwischen ist auch Mike Bonke (WHH) zum Übungsgelände gekommen, um uns abzuholen, damit wir im Büro der WHH in Dohuk die Lage und die sich uns bietenden Möglichkeiten besprechen und vor allen Dingen mit München telefonieren können. Während wir zum Büro der WHH fahren, sammeln Max und der Chef der Orienthelfer, Christian Springer, in München weitere Informationen über die aktuelle Lage. Im Büro der WHH setzten wir uns mit Mike und Christian über „Skype“ in Verbindung und beide informieren uns über den aktuellen Stand: „Wir müssen in Dohuk keine Kriegslage befürchten. Der Luftraum wird von Russland für Angriffsaktionen in Syrien benötigt – daher die Sperrung. Wie lange diese Sperrung dauert, sei völlig offen. Das „Auswärtige Amt“ rät jedoch von einer Ausreise über Land ab.“ Auf den ersten Blick sitzen wir im Irak fest.

Die WHH recherchierte ihrerseits und kam zu dem Ergebnis, dass wir den Landweg mit dem Grenzübertritt Irak/Türkei durchaus nutzen könnten, da er aus ihrer Sicht sicher sei. Wenn wir dem zustimmen, würde die WHH die Fahrt organisieren. Ziel sollte sein, dass wir von Dohuk über die Grenze in die Türkei ausreisen und zum Flughafen in die ca. 700 km entfernte türkische Stadt Gaziantep fahren. Diesen Vorschlag haben Hans und ich nach Rücksprache mit Max und Christian in München diskutiert und letztendlich angenommen. Angst oder große Bedenken vor dieser Reise hatten wir keine, sondern gerade im Gegenteil waren wir froh, dass wir eine Möglichkeit für die Heimreise gefunden hatten.

Leider müssen wir somit den Irak schneller verlassen als geplant. Gerne hätte ich noch eines der großen Flüchtlingslager besucht, andererseits müssen wir die Möglichkeit der morgigen Ausreise nutzen und annehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vierter/fünfter Tag - 8./9.12.2015

Ausreise über Land von Dohuk (Irak) nach Gaziantep (Türkei)

 

Vor uns stehen ca. 750 km Autofahrt und ein Grenzübergang. Zwei Fahrer wurden von der WHH organisiert: Der erste Fahrer soll uns über die Grenze auf die türkische Seite nach Sirnak bringen. Dort erwartet uns der zweite Fahrer, der uns weiter zum Flughafen nach Gaziantep fahren soll.

 

Um 9.00 Uhr verabschieden wir uns von den Mitarbeitern der WHH, die uns so freundlich und hilfsbereit unterstützt haben.

An dieser Reise nimmt auch Julia teil. Julia kommt aus Österreich und ist Mitarbeiterin der WHH und für Projekt- und Qualitätsmanagement zuständig. Ihr Büro ist in der Zentrale der WHH in Gaziantep und sie nutzt somit die Gelegenheit, mit uns auszureisen.

 

Nach etwas über einer Stunde Fahrtzeit erreichen wir die Grenze. Man muss sich das so vorstellen, dass die Strecke des Grenzübertrittes ziemlich lang und keine gerade Straße ist (geschätzt vielleicht drei Kilometer). Wir fahren zwischen Absperrungen und Verwaltungsgebäuden hindurch, treffen auf unterschiedliche „Grenzbeamte“ in und ohne Uniform (schwer zuordenbar, wer da für was zuständig ist), müssen immer wieder anhalten und austeigen und werden mehrfach nach unseren Ausweisen gefragt. Letztendlich dauert der ganze Übergang eine knappe Stunde - und das ist schnell. Wir haben das auch vermutlich unseren Fahrer zu verdanken, der – so mein Eindruck – bei dem „Personal“ an der Grenze sehr gut bekannt ist.

 

In einem Hotel in der Nähe von Sirnak erfolgt die Übergabe. D.h., wir laden unser Gepäck von einem Auto aus und verladen es in das zweite Auto. Vor uns stehen noch, sofern alles gut geht, sechs Stunden Autofahrt entlang der syrischen Grenze, die teilweise nur wenige Meter an der Autobahn entlangführt. Vor allen Dingen sollten wir vor Einbruch der Dunkelheit in Gaziantep eintreffen, denn die WHH möchte aus Sicherheitsgründen nur bei Tageslicht fahren. Sollten wir das zeitlich nicht schaffen, müssen wir uns eine Übernachtung suchen. Aber, wir kommen rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit in Gaziantep an.

 

Wir sind zwar froh, dass wir gut in der Türkei angekommen sind, andererseits hatten wir mit der WHH vor der Sperrung des Luftraumes geplant, dass wir ein Flüchtlingslager besuchen und dass wir auch die Kinderschlafsäcke, die sich in einem der gelieferten Feuerwehrfahrzeuge befanden, an bedürftige Familien übergeben. Die Kinderschlafsäcke, die über die Orienthelfer geliefert wurden, sind wichtig, denn der kommende Winter ist auch im Irak sehr kalt. Diese Schlafsäcke werden jetzt von Mark von der WHH übergeben.

 

Während der Autofahrt hatten wir ausreichend Gelegenheit, uns mit Julia über die WHH, bzw. über die allgemeine Situation der Flüchtlinge im Irak zu unterhalten. Die registrierten Flüchtlingslager um Dohuk, so Julia, sind von den NGO’s bestens organisiert und die Aufgaben sind innerhalb der NGO klar aufgeteilt. In den Flüchtlingscamps müssen und werden Standards für Hygiene oder Wohnflächen eingehalten. Ich teile ihre Meinung indem sie sagt, je besser die Flüchtlingslager ausgestattet sind, desto weniger Menschen verlassen die Camps und wandern in Richtung Europa. Somit ist der Beitrag der Orienthelfer auch wichtiger ein Baustein in dem gesamten Mosaik der humanitären Hilfeleistung.

 

In Gaziantep nutzen wir noch die Gelegenheit und treffen uns im Büro der WHH mit dem neuen Landesdirektor Dirk Hegmanns. Hegmanns selber ist erst seit zwei Tagen im Amt und ist im Auftrag der WHH zuständig für die Region Türkei, Syrien und Irak.

Um kurz vor Mitternacht hebt der Flieger von Gaziantep nach Istanbul ab. Von dort aus geht es für mich weiter nach München (Hans fliegt von Istanbul nach Frankfurt) wo ich am Mittwoch, den 9. Dezember um 9:30 sicher landete.

 

Im Flieger war für mich Zeit und Gelegenheit, mir über diese Reise Gedanken zu machen. Rückblickend fasse ich zusammen, dass wir zu keiner Zeit in Lebensgefahr waren, dass uns Christian Springer laufend über die aktuelle Situation informiert und gemeinsam mit uns die nächsten Schritte diskutiert hat und dass wir letztendlich die wenige Zeit optimal genutzt hatten, um Menschen an Feuerwehrfahrzeugen auszubilden, die jetzt in der Lage sind, mit dem von den Orienthelfern zu Verfügung gestellten Feuerwehrfahrzeugen auftretende Brände in den Flüchtlingscamps schnell zu löschen.

Ich für meinen Teil werde weiter ausgediente aber funktionsfähige Gerätschaften aus Feuerwehrbeständen für die Orienthelfer organisieren. Dringend benötigt werden C-Schläuche, Notstromaggregate und Beleuchtungskörper. Wer immer sich an Spenden beteiligen möchte, kann sich direkt an die Orienthelfer oder an mich wenden.

Abschließend bin ich Christian Springer und seiner Organisation dankbar, dass sie bei mir angefragt haben, ob ich helfen möchte und letztendlich freut es mich, dass ich helfen durfte und helfen konnte. Mein besonderer Dank geht an Hans Halsberger, mit dem ich noch nie irgendwo unterwegs war, mit dem ich aber zusammengearbeitet habe, als wären wir als Paar schon seit vielen Jahren im Ausland im Einsatz um Feuerwehrausbildungen durchzuführen. Absprachen, wer was trainiert oder schult, konnten wir aus Zeitgründen nicht großartig vor der Reise durchsprechen. Diese Absprachen fanden während des Trainings innerhalb eines kleinen und kurzen Blickkontaktes statt. So hatten wir nie einen Leerlauf und konnten ein interessantes, anspruchsvolles und nachhaltiges Training durchführen.