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Los geht´s: Spatenstich für das erste Windrad

 

Artikel aus dem Münchner Merkur vom 29.04.2014

Mammendorf - Die Wege sind schon hergerichtet, jetzt kann der Bau beginnen:

Gestern war der erste symbolische Spatenstich für das erste große Windrad im Landkreis auf einer Anhöhe bei Mammendorf.

„Das ist ein Meilenstein für den Ausbau der Erneuerbaren Energien“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Schönenborn. Er dankte den Vertretern des Landkreises um Landrat Thomas Karmasin (CSU), Brucks OB Sepp Kellerer und dessen Mammendorfer Amtskollegen Johann Thurner (BGM), Stadt- und Gemeinderäten, dem Aufsichtsrat der Stadtwerke sowie Planern und Mitarbeitern des Energieversorgers für die Unterstützung (siehe Kasten).

Die Brucker Stadtwerke errichten das Rad zunächst ohne Bürgerbeteiligung, weil einige Hürden dies verhindert haben. Die Kosten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Bei der Anlage wird es sich um eine Enercon E 101 handeln - wobei die Bezeichnung „101“ für den Durchmesser der Rotorblätter steht. Das erklärte Franz Hochstatter von den Stadtwerken auf Anfrage.

An diesem Wert schon ablesbar ist die Dimension der Anlage: Der Beton-Turm wird 135 Meter hoch, die Rotorblätter werden an der Nabe in dieser Höhe befestigt. Der Abstand vom Boden zur höchsten Spitze der Anlage beträgt 185 Meter. Zum Vergleich: Die Türme der Münchner Frauenkirche sind etwa 100 Meter hoch. Das Windrad soll im Jahr 6000 Megawattstunden Ökostrom erzeugen und kann um die 2000 Haushalte versorgen. Der nächste Ort ist Eitelsried. Er liegt 860 Meter entfernt.

Als erstes wird das Fundament gebaut. Es wird rund und bekommt einen Durchmesser von etwa 20 Metern. Die genaue Tiefe hängt noch von Bodenuntersuchungen ab. Beim Fundament handelt es sich nicht um einen simplen Betonblock, wie Hochstatter erklärt. Vielmehr wird ein Betonring mit Verstrebungen geschaffen. Zeitgleich mit dem Fundament werden Stellflächen für die Kräne hergestellt, die das Windrad in die Höhe treiben werden.

Mit dem Erdaushub will man bis Mitte Mai fertig sein, die ersten Bauteile für den Turm werden für Juni erwartet. Enercon liefert halbrunde Fertigteile. Diese werden vor Ort zusammen-und aufeinander gesetzt. Das geschieht mit Hilfe eines ersten Krans. Für die Schlussmontage wird ein zweiter, noch höherer Kran herangeschafft. Solche Kräne gibt es nicht wie Sand am Meer, sagt Hochstatter. Deshalb wäre es unwirtschaftlich, das ganze Rad mit dem größeren Kran zu bauen.

In Betrieb genommen werden soll das Windrad Ende Oktober. Gebaut werden muss auch noch eine etwa zwei Kilometer lange Leitung bis zur Station, an der der Strom ins Netz eingespeist wird. Ob die Leitung Richtung Aich oder Richtung Mammendorf entsteht, ist noch nicht entschieden. Drehen wird sich das Windrad ab einer Windstärke von etwa drei Meter pro Sekunde. Ab einer Windgeschwindigkeit von etwa 28 bis 34 Meter pro Sekunde schaltet sich die Anlage laut Enercon aus Sicherheitsgründen selbst ab. Das selbe gilt übrigens, wenn sich Eis auf den Rotorblättern gebildet haben sollte, wie Hochstatter sagt. Denn die Blätter würden dann unrund laufen. Freilich: Zu Eisbildung- und dem früher einmal gefürchteten Eiswurf bei Windkraftanlagen wird es ohnehin nicht kommen, da die Rotorblätter beheizt sind.

Die Anlage ist im Moment genehmigt und geplant für eine Laufzeit von 20 Jahren. Dann soll sie sich dank Einspeisevergütung amortisiert haben. Die Stadtwerke mussten eine sechsstellige Summe für den Abbau der Anlage zurück legen. Freilich ist nicht gesagt, dass das Windrad nach Ablauf der 20 Jahre nicht weiterbetrieben werden kann. Durchaus denkbar, dass sie dann erneuert wird und weiter Strom liefert.

Die Stadtwerke errichten das Windrad zusammen mit den Kommunen Bruck und Mammendorf. Geschäftsführer Karl Heinz Schönenborn sprach daher von einem regionalen Gemeinschaftsprojekt. „Wir können stolz sein, dass wir trotz des steinigen Wegs zu einem erfolgreichen Teilabschluss gekommen sind.“ Brucks OB Sepp Kellerer habe sich als Motor der Energiewende dafür eingesetzt. Landrat Thomas Karmasin habe „unbeeindruckt von der landespolitischen Entwicklung“ agiert. Mammendorfs Rathauschef Johann Thurner habe sich als Sprecher der Bürgermeister intensiv für die Energiewende stark gemacht. Zudem dankte Schönenborn Grundstücksbesitzern und Nachbarn. „Sie haben die Fläche zur Verfügung gestellt und Beeinträchtigungen in Kauf genommen.“

Die scheidenden Rathauschefs Kellerer und Thurner freuten sich, dass es kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit noch mit dem Spatenstich geklappt hat. Kellerer erinnerte an die schwierigen Vorbereitungen, die unerwartet lange Planungsphase und die Bürgerproteste. Im Ruhestand werde er als unmittelbar betroffener Aicher Bürger sicher von den Aichern in die Pflicht genommen. Daher wünsche er sich, dass zehn Windräder gerecht auf den ganzen Landkreis verteilt werden. „Damit ich das den Aichern gegenüber rechtfertigen kann.“

Kritische Worte richtete Kellerer an die Staatsregierung. Die Politik habe kein klares Konzept und hindere so viele, die ihren Beitrag zur Energiewende leisten wollen. „Wir müssen uns um eine dezentrale Versorgung vor Ort kümmern.“

Landrat Karmasin hofft, dass sich die Ängste der Bürger relativieren, wenn das Windrad erst einmal steht. Die Behörde habe nach der geltenden Rechtslage entschieden und nicht - wie es Pucher Bürger beim Ortstermin bemängelt haben - aus persönlicher Überzeugung. In Richtung der Bürger betonte der Landrat: „Wir können den Menschen die Erkenntnis nicht ersparen, dass nicht alles bleiben kann wie es ist, wenn man Dinge verändern will.“ Daher wünsche er, dass noch das eine oder andere Rad folge.

Mammendorfs Bürgermeister Thurner ist überzeugt: „Ein Windrad alleine wird nicht ausreichen, wenn wir den künftigen Energiebedarf annähernd decken wollen.“ Auch sein Nachfolger Jürgen Heckel, der mit dem neuen Gemeinderat den Bau begleiten wird, kam zum Spatenstich.

Zwei weitere Windräder bei Malching und Puch hat das Landratsamt bereits genehmigt. Sollte es das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz es zulassen, sollen auch sie gebaut werden, sagte Schönenborn. „Ziel ist, die beiden mit der jetzigen Anlage in eine Gemeinschaftsgesellschaft zu setzen.“ An der Mischfinanzierung sollen dann auch die Bürger beteiligt werden. imu/st