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Heimisches Biogas direkt ins Gasnetz

Heimisches Biogas direkt ins Gasnetz

"Ersetzen Wildblumenfelder schon bald den Maisanbau für Biogasanlagen"? Auch in Mammendorf wird mit neuartigen Samenmischungen experementiert".

Biogasanlage bei Egg vollständig in Betrieb

Mammendorf. Die Biogasanlage im Mammendorfer Ortsteil Egg läuft seit einigen Monaten mit voller Leistung und wurde im Herbst bei einer kleinen Feier offiziell in Betrieb genommen. Fertiggestellt ist die Anlage bereits seit Mitte 2013, es gab aber zunächst Probleme mit der technischen Vorrichtung die das Biogas reinigt, damit es in Erdgasqualität direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Genau diese technische Besonderheit zeichnet die Anlage in Egg aus. Bei herkömmlichen Biogasanlagen wird das Gas an Ort und Stelle verbrannt und so über einen Generator Strom erzeugt, der in das Stromnetz eingespeist wird. Bei der Verbrennung entsteht allerdings nicht nur Strom (ca. 40%), sondern auch Wärme (ca. 60%), die häufig vor Ort nicht wirtschaftlich genutzt werden kann. Damit geht viel vom Energiegehalt des Biogases verloren. Bei größeren Anlagen wird daher seit einiger Zeit eine andere Technik genutzt. Das Biogas wird mit Hilfe eines technischen Verfahrens, der „Druckwasserwäsche“ gereinigt, bis es qualitativ dem Erdgas entspricht und dann direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Damit entsteht die Möglichkeit es zu speichern und an beliebiger Stelle zu entnehmen um es zum Beispiel in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Energieerzeugung zu nutzen. BHKW´ s sind Anlagen zur sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung. Hier wird neben dem Strom auch die bei der Verbrennung entstehende Wärme genutzt, zum Beispiel durch Einspeisung in ein Nahwärmenetz. Seit Mitte 2014 sind die technischen Probleme bei der Reinigung des Biogases behoben und die Anlage produziert nach Angaben des Betreibers mehr Energie als nach der Normleistung zu erwarten war.
Wildblumenfelder statt Mais
Bei der Standortwahl solcher Anlagen muss auf eine räumlich möglichst nahe Einspeisemög-lichkeit  ins Erdgasnetz geachtet werden. Auch die landwirtschaftlichen Flächen, die zum Betrieb der Anlage erforderlich sind, sollten möglichst nah gelegen sein. Am Standort in Egg sind beide Voraussetzungen erfüllt. Die Biogasanlage wird mit pflanzlichen Rohstoffen betrieben, in erster Linie mit Mais, Gräsern und Zwischenfrüchten. Biogasanlagen sind damit nicht unerheblich für den steigenden Maisanbau verantwortlich. Das ist eine nicht unkritische Entwicklung, da Mais die Böden stark auslaugt, als eintönig empfunden wird, die Artenvielfalt nicht fördert und Insekten kaum Nahrung bietet. Es wird allerdings seit einigen Jahren an neuen Pflanzenmischungen geforscht, die ähnlich energiereich wie Mais sind, aber nicht die Monokultur wie Maisfelder ausstrahlen. Auch bei uns wird mit solchen Pflanzenmischungen bereits experimentiert die heuer im Spätsommer und Herbst auf einer Reihe von abgeernteten Ackerflächen als Zwischenfrucht eingesetzt wurden. Es gibt auch recht erfolgversprechende  Versuche mit Wildblumenmischungen, die zwar nicht ganz so energiereich wie Mais sind aber nur alle fünf Jahre angesät werden müssen, und Dünger sowie Pflanzenschutzmittel nicht benötigen. Es bestehen gute Chancen, dass schon in ein paar Jahren, Teile der Maisfelder von artenreichen Energiepflanzen mit dem Charakter von Wildblumenwiesen ersetzt werden.
Anlage ersetzt 4 Millionen Liter Heizöl
Mit dem Biogas aus der Anlage in Egg können ca. 1.800 Haushalte mit Strom und etwa 3.500 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Für diese Leistung wären rund 4 Millionen Liter Heizöl erforderlich. Die Anlage verbraucht pro Jahr 40.000 Tonnen an pflanzlichen Rohstoffen. Damit ist das landwirtschaftliche Potenzial für Biogasanlagen im Umkreis von Mammendorf ausgereizt. Das Einzugsgebiet für die Rohstoffe ist ca. 10 bis 15 Kilometer im Umkreis der Anlage, weitere Anfahrtswege wären energetisch nicht vertretbar. Die Rohstoffe aus der Anlage gehen nach dem Gärprozess an die liefernden Landwirte zurück. Es handelt sich dabei um wertvollen Dünger, der etwa 80 bis 90 Prozent des sonst ausgebrachten Kunstdüngers ersetzt. Damit entsteht ein geschlossener Nährstoffkreislauf.
Biogas und die Energiewende
Biogasanlagen könnten im Energiemix der Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, da sie auch dann Energie produzieren, wenn Sonne und Wind keine Energie abliefern. Dazu müssten sie allerdings mit größeren Gasspeichern ausgestattet werden, damit sie nicht kontinuierlich Strom erzeugen, sondern dann, wenn er als Spitzenlast gebraucht wird. Die Anlage in Egg erfüllt dieses Kriterium bereits dadurch, weil hier das Gas ins Erdgasnetz eingespeist und damit gespeichert wird. Große Beiträge zur Energiewende im  Landkreis Fürstenfeldbruck dürfen wir uns von Biogasanlagen nicht erhoffen, da unser dicht besiedelter Landkreis relativ wenig landwirtschaftliche Nutzfläche aufweist und nach Ansicht von Experten nur etwa 10 bis 20 Prozent für die nachwachsenden Rohstoffe verfügbar ist. Dieses Potenzial ist bei uns mittlerweile schon ziemlich ausgeschöpft. Befürchtungen, die Nahrungsmittelproduktion würde durch Biogasanlagen gefährdet sind bei dieser Größenordnung völlig unbegründet. Nach seriösen Untersuchungen werden in Deutschland etwa 40% aller Lebensmittel nicht verzehrt sondern aus unterschiedlichsten Gründen weggeschmissen. Solange wir uns diesen wahrlich absurden „Luxus“ leisten, sollte nicht ernsthaft über die Konkurrenz von Biogasanlagen für die Nahrungsmittelproduktion diskutiert werden, sondern mehr darüber, warum Lebensmittel zur Wegwerfware verkommen sind.

Werner Zauser
Energiereferent Mammendorf