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13. Mai 2011 - Windkraft in Mammendorf

Standpunkt der Freien Wähler bzgl. der Erstellung von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Mammendorf

  1. Die Planung der Stadtwerke FFB für die Errichtung von Windrädern im südlichen Bereich der Gemeinde Mammendorf wird von den Freien Wählern grundsätzlich begrüßt.
  2. Die erforderlichen Genehmigungsvoraussetzungen sind einzuholen und mit der Gemeinde zu beraten.
  3. Dabei liegt aus Sicht muß aus Sicht der Freien Wähler ein besonderes Augenmerk auf der Einhaltung des Schallschutzes und der Vorschriften zu möglichen Verschattungen durch die Anlage gelegt werden.
  4. Die Freien Wähler Mammendorf geben ihr Einverständnis zur weiteren Untersuchung des Standortes nur unter der Voraussetzung, dass eine Beteiligung an der Anlage für Bürgerinnen und Bürger und/oder der Kommune selbst ermöglicht wird. Entsprechende Beteiligungsmodelle sind gemeinsam zwischen den Stadtwerken Fürstenfeldbruck und der Gemeinde Mammendorf zu entwickeln und umzusetzen.

Allgemeine Informationen zur Windenergie

Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte findet alle Informationen auf der Informationsseite des Bundesverbandes Windenergie unter http://www.wind-energie.de
Unter dem Stichwort „Materialien“ findet sich dort eine Foliensammlung mit der man sich sehr schnell einen Überblick zu allen relevanten Fragen verschaffen kann.

Sind Standorte im Binnenland überhaupt wirtschaftlich

Häufig wird noch die Meinung vertreten, kann dass sich Windanlagen nur im Norden und speziell in Küstennähe rentieren würden. Das entspricht seit einigen Jahren nicht mehr den Tatsachen. Es ist insbesondere deutschen Anlagenherstellern und den findigen Ingenieuren zu verdanken, dass es mittlerweile ausgereifte Windräder auch für Binnenstandorte gibt. Dazu wurden zum einen die Nabenhöhen auf bis zu 140 Meter erhöht und zum anderen die Rotordurchmesser auf rund 100 Meter. Damit kann der etwas schwächere Wind im Binnenland sehr gut eingefangen werden. Diese neuen Anlagen liefern Stromertragswerte, die durchaus mit Küstenstandorten vergleichbar sind.

Der bayerische Windatlas / Landkreis FFB

Im Jahr 2010 wurde der neue bayerische Windatlas durch das Wirtschaftsministerium veröffentlicht. Er weist für den Landkreis FFB insbesondere für den nordöstlichen Bereich in Richtung Dachau gute Werte aus. Nach Süden und Südwesten schwächen sich die Vorhersagen für ausreichend Wind aber deutlich ab. Mammendorf liegt insgesamt noch in den interessanteren Zonen bei der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit. Der Windatlas kann nur Trends aufzeigen die einigermaßen der Realität entsprechen.
Link: www.verwaltung.bayern.de/Anlage4015428/BayerischerWindatlas.pdf
Er kann keinesfalls die gründliche Untersuchung am Standort selbst ersetzen. In der Regel wird zur Bestimmung der voraussichtlichen Wirtschaftlichkeit eine Windmessung vor Ort über einen längeren Zeitraum (mindestens ½ Jahr) erforderlich sein. Eine echte Windmessung hätte zudem den Vorteil, dass wir im Landkreis endlich gesicherte Daten über die Windverhältnisse in höheren Luftschichten erhalten. Damit lassen sich auch Prognosen treffen, ob die Windenergie im Landkreis überhaupt das erforderliche Potenzial hat.

Energiewende im Landkreis

Wie bekannt gibt es für unseren Landkreis das Ziel bis 2030 energieunabhängig zu sein, also so viel Energie selbst zu erzeugen wie verbraucht wird. Dazu muss bis dahin der Energieverbrauch (Heizung, Mobilität und Strom) ungefähr halbiert werden. Parallel muss der Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgen. Dazu müssen alle im Landkreis vorhandenen Ressourcen genutzt werden. Ohne Windenergie ist die Energiewende nicht realisierbar. Das Potenzial der Windenergie für den künftigen Energiemix im Landkreis liegt bei ca. 25%. Als weiterer Aspekt für die Windenergie ist anzuführen, dass der Hauptertrag mit dieser Energieform in den Wintermonaten erzielt wird, also dann, wenn die Photovoltaik wenig zur Stromgewinnung beiträgt. Außerdem laufen Windräder wesentlich kontinuierlicher als der sonnenabhängige Solarstrom. Windenergie ist daher in gewissem Maße grundlastfähig also besser zur kontinuierlichen Stromversorgung geeignet. Windstrom ist außerdem wesentlich günstiger als Solarstrom. Nach Einschätzung des Bundesumwelt-ministeriums wird Windstrom  bereits im Jahr 2015 die günstigste Stromquelle darstellen (aber nur im Binnenland, nicht offshore vor den Küsten, da ist es wegen der technischen Schwierigkeiten und den Leitungskosten bis zur Küste wesentlich teurer).

Geplanter Standort

Der Standort im Süden von Mammendorf liegt durchgängig mehr als zwei Kilometer von der Wohnbebauung entfernt. Nach Eitelried sind es allerdings nur 800 bis 1.000 Meter und nach Aich etwa 1,2 Kilometer. Die Genehmigungsvoraussetzungen für die Einhaltung von Schallschutz und Verschattung sind aber auch dort gut möglich. In Richtung Mammendorf sind beim Schallschutz wegen der relativ großen Entfernung keine Probleme zu erwarten. Der Standort ist aus diesem Blickwinkel betrachtet gut geeignet. Über die optische Wirkung von hohen Windrädern lässt sich trefflich streiten. Eine „bedrängende“ Wirkung wird von den hohen Türmen von  Mammendorf aus gesehen nicht ausgehen, da der Abstand dafür zu groß ist. Vor der Genehmigungserteilung sind noch eine Reihe von Gutachten erforderlich (näheres dazu wird in der Sitzung durch die Stadtwerke erläutert werden). Der Standort hätte ferner den Vorteil, dass sich in Richtung Osten ein bis zwei weitere Windräder realisieren lassen. Damit kann hier eine gewisse Bündelung stattfinden. Es sollte im Landkreis vermieden werden, dass lauter Einzelwindräder an vielen Einzelstandorten entstehen. Wesentlich besser wäre es, wenn an ca. 8 bis 10 Standorten jeweils drei bis fünf Anlagen errichtet werden könnten. Mit dieser Größenordnung könnten die geplanten 25% Beitrag zur gesamten Energieversorgung realisiert werden. 

Größe und Finanzierung

Geplant ist der Bau einer 3 Megawatt Anlage. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Die 3 MW beziehen sich auf die Nennleistung also den Wert, den das Rad bei optimaler Windgeschwindigkeit liefert. Von den insgesamt 8760 Jahresstunden können je nach Standort etwa 2.000 Jahresstunden mit Volllast gerechnet werden. Da sich das Windrad aber auch bei deutlich schwächerem Wind bereits in Betrieb setzt, wird auch in windschwachen Zeiten Strom produziert (statt in Volllast dann in Teillast). Die Stromproduktion läuft damit in aller Regel an deutlich mehr als 300 Tagen im Jahr. Wind ist somit eine wesentlich zuverlässigere Produktionsform von erneuerbarer Energie als Solarstrom und wie bereits erwähnt wesentlicher billiger noch dazu.

Die Stadtwerke wollen, nach dem aktuellen Stand die Anlage selbst bauen und finanzieren. Eine Beteiligung der Gemeinde Mammendorf wird wohl angeboten. Aus meiner Sicht sind wir hier am wichtigsten Punkt. Den Nutzen von erneuerbaren Energien sollten die Bürger und Kommunen vor Ort haben. Deshalb halte ich es für wichtig, dass es gelingt, interessierten Bürgern die Chance zu geben sich zu beteiligen. Die Realisierung ist nicht ganz einfach aber Zeit dies auf den Weg zu bringen ist noch vorhanden. Die erforderlichen Prüfungen für alle Genehmigungsvoraussetzungen werden noch bis zu einem Jahr dauern. In dieser Zeit müssen Modelle geprüft werden wie sich die Kommune Mammendorf und/oder die Bürger bei uns (und im Landkreis) an der Anlage beteiligen können. Nach dem Motto „das Geld dem Dorfe“ muss es uns gelingen, dass wir die finanziellen Vorteile der dezentralen Stromerzeugung nicht fremden Investoren überlassen, sondern selbst davon profitieren. Wenn möglich, durch eine direkte Bürgerbeteiligung wenn dies nicht möglich sein sollte zumindest indirekt über die Kommune (das kommt dann auch allen Bürgern wieder gleichmäßig zugute).