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Aktuelles aus dem Gemeinderat
Unschöne Töne in der staaden Zeit (KW 50)
Liebe Poingerinnen und Poinger,
wir von der FWG Poing finden es schade, dass die CSU im letzten Gemeindeblatt mit dem Artikel „Albert, Albert, wo sind unsere Millionen?“ einmal mehr den Weg der konstruktiven Meinungsäußerung verlassen hat. Man kann ja in der Sache durchaus unterschiedlicher Auffassung sein, sollte aber unseres Erachtens doch – zumindest auf Ebene der Kommunalpolitik – die Regeln des respektvollen gegenseitigen Umgangs wahren. Die FWG, und insbesondere auch unser Bürgermeisterkandidat Michael Frank, steht zu ihrem Wunsch und Wort, dass der Bürgermeisterwahlkampf fair und sachlich ablaufen soll.
Wir sind überzeugt, das ist besser so. Von Polemik („Albert, Albert…“ und „Varus, Varus, wo sind meine Legionen?“) oder wiederholt plakativen Äußerungen („Mehrheitsbeschafferpartei FWG“) halten wir gar nichts. Urteilen Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bitte selbst.
Abgesehen davon, dass wir von der FWG Poing keine Partei, sondern ein Zusammenschluss kommunalpolitisch interessierter Bürgerinnen und Bürger in Form eines eingetragenen Vereins sind, betonen wir nochmals, daß wir im Advent bewusst auf den Bürgermeisterwahlkampf verzichten. Damit es hoffentlich, zumindest von dieser Seite her, für Sie und uns alle in Poing eine „staade Zeit“ bleibt.
Und auch nach dem 11. März 2012 wollen (und werden) wir unseren politischen Mitstreitern mit Anstand und gutem Gewissen in die Augen schauen können.
Zur Sache selbst – sprich der Verabschiedung des Gemeindehaushaltes 2012 – ist von unserer Seite nur zu sagen, dass Poing durch das enorme Wachstum große finanzielle Anstrengungen unternehmen muss; dazu kommen aber z.B. auch noch erhebliche Posten für die Instandhaltung und Sanierung für die schon älteren Liegenschaften hinzu. Was aus unserer Sicht bei den CSU-Vorwürfen nicht erwähnt wird: Teilweise wird durch den Grundstücksverkauf auch die Ansiedelung von Gewerbebetrieben möglich, wie z.B. jüngst der Orterer Getränkemarkt an der Gruber Straße, was ja auch immer als notwendig und attraktiv für den Ort Poing eingefordert wird. Die Haushaltssatzungen der Gemeinde Poing wurden, zwar teils nach schwierigen Verhandlungen, in den letzten Jahren immer mit einer großen, überfraktionellen Mehrheit beschlossen. Man muss doch der Realität hier einfach ins Auge sehen – wie sähen denn die Alternativen konkret aus?
Aber jetzt hoffentlich erst einmal Schluss mit den irdischen Problemen – lasst nun bitte Weihnachten kommen, das christliche Fest der Nachsicht und der (Nächsten-)Liebe.
Für den FWG-Ortsverein und die -Gemeinderatsfraktion
Günter Scherzl
Der Verkehr in Poing – schwer ist leicht was
Liebe Poingerinnen und Poinger,
in der letzten Gemeinderatssitzung hatten wir gleich zwei aktuelle Verkehrsthemen auf dem Tisch: Zum einen die Situation in der Seerosenstraße, die durch das Schulzentrum (Grund- und Mittelschule, Förderzentrum, Realschule und die Kinderkrippe) in den Morgen- und Mittagsstunden stark frequentiert ist. Die in der Sitzung anwesenden Sachverständigen des Büros TRANSVER, die für die Gemeinde eine Verkehrsuntersuchung erstellt haben, erläuterten verschiedene bauliche, aber auch organisatorische Maßnahmen. Alle Fraktionen waren sich einig, dass bauliche Maßnahmen – auch vom finanziellen Aspekt her – nicht in Betracht kommen, ebensowenig eine etwaige Einbahnstraßenführung Richtung Osten. Vielmehr konnte durch die inzwischen bereits eingerichteten „Kiss and Ride“- (die Sachverständigen sprachen von „Kiss und Schule“-) Parkplätze auf der Südseite der Seerosenstraße bereits eine spürbare Minderung der Verkehrsbehinderungen durch „blockierende“ Autos erreicht werden. Der andere große Ansatzpunkt ist, durch Information aller „Akteure“, also Lehrer, Eltern und Schüler, etwaige Alternativen aufzuzeigen, z.B. die Nutzung der Parkplätze am Sportzentrum. Und – last but not least - dürfen die Belange der unmittelbar Betroffenen, die Anwohner der Seerosen- und der darin einmündenden Straßen, nicht vergessen werden.
Ein zweiter wichtiger Tagesordnungspunkt am vergangenen Donnerstag war der bauliche Zustand der S-Bahn-Brücke in Grub. Nachdem sie für den Verkehr, eben wegen der maroden Bausubstanz, bereits seit geraumer Zeit gesperrt ist, spitzt sich die Situation zu: Es wurde jüngst „Gefahr in Verzug“ festgestellt, d.h., die Sicherheit der Fahrgäste und des Zugverkehrs ist nicht mehr gewährleistet. Der rechtliche Hintergrund ist der, dass in den neunziger Jahren diese Brücke vom Eigentum der Bahn in das der Gemeinde Poing übertragen wurde, weshalb wir als Kommune nun aufgefordert sind, für einen Neu- oder Ersatzbau zu sorgen. Mit nicht unerheblichen Kosten, versteht sich. Dass die Bahn dabei nicht unbedingt immer mit fairen Mitteln agiert, etwa, wenn sie – offenbar zwar nur beiläufig im Gespräch, aber immerhin – mit der Aufhebung des S-Bahnhofes Grub droht, macht die Situation nicht leichter. Für uns als FWG-Fraktion kommt dieses Szenario überhaupt nicht in Frage, denn zuallererst ist die S-Bahn für unsere Gruber Bürgerinnen und Bürger wichtig, die Haltestelle hat aber sicherlich auch eine Bedeutung für angrenzende Gemeinden (z.B. Parsdorf). Aber, auch bei einem Neubau der Brücke gilt: Es bleibt – wie schon jetzt auch - bei einer Radler- und Fußgänger-Überführung.
Das war das erste Halbjahr 2011
Liebe Poingerinnen und Poinger,
kaum schaut man sich um, ist das erste Halbjahr 2011 schon wieder vorbei – genauer gesagt sogar die ersten 7 Monate. Zeit also, ein Resümee zu den wichtigsten Themen im Gemeinderat, und unsere Positionen hierzu darzustellen:
• Beschluss des Gemeindehaushaltes 2011
Nach langen und intensiven Vorberatungen wurde im Februar der Gemeindehaushalt 2011 beschlossen. Wir verstehen, dass man als Bürger(in) nicht begeistert ist, wenn die Grundsteuer erhöht wird, aber es ist zu berücksichtigen, dass wir als wachstumsstarke Gemeinde auch vermehrte Leistungen zu erbringen haben (und dies auch ausdrücklich wollen!), etwa im Bereich der Kinderbetreuung. Ausdrücklich nicht unterstützt haben wir Vorschläge im Gremium, wonach die Haushaltssituation durch Verringerung oder Streichung von Vergünstigungen im ehrenamtlichen Bereich, oder im sozialen Wohnungsmarkt erreicht werden sollte. Eine Gemeinde ist aus unserer Sicht mehr als ein auf Gewinn ausgerichteter Betrieb, und hat eben insbesondere auch eine soziale Funktion und Verantwortung – wir sind keine „Poing-AG“!
• Kinderbetreuung
Als familienfreundliche Gemeinde ist die Kinderbetreuung (Krippe, Kindergarten, Mittagsbetreuung, Hort, Kindertagesstätten) für uns eine zentrale Aufgabe, die wir derzeit oft nur mittels Provisorien („Modulbauweise“) erfüllen können. Mit einer nahezu 100- %igen Bedarfsdeckung stehen wir aber mit an der Spitze des Angebotes in ganz Bayern – das muss auch mal erwähnt werden.
• Seniorenarbeit
Als Anregung eines zweitägigen Workshops vom November letzten Jahres soll im kommenden Herbst ein(e) Seniorenbeauftragte(r) bestellt werden, der die Belange und Bedürfnisse der älteren Mitbürger koordinieren und aktiv mitgestalten soll. Eine ganz wichtige Aufgabe!
• Schulangebot
Das Highlight im bisherigen Jahr war sicher die Gründung der Realschule in Poing per September 2010; der offizielle Spatenstich zum „Massivbau“ der Schule, die zum Schuljahr 2012/ 2013 fertiggestellt sein soll, erfolgte erst vor 14 Tagen. Die Volksschule an der Gruber Straße wird in den kommenden Sommerferien umfangreich saniert, um den aktuellen Anforderungen des Brandschutzes zu genügen. Schließlich stehen wir aktuell in Beratungen, ob die Grundschule in Poing-Süd saniert oder neu gebaut werden soll – oder eine Mischung aus beiden (Teil-Sanierung und Teil-Neubau). Wir setzen uns auch für ein neues (oder saniertes) Schulschwimmbad ein, aber das hängt maßgeblich an den hohen Kosten. Zu guter letzt: Zum nächsten Schuljahr wird an der Grundschule Karl-Sittler-Straße auch eine Ganztagesklasse angeboten.
• Neues Wohngebiet W 5 „Zauberwinkel“
Das neue Wohngebiet W 5 „Zauberwinkel“ wird sehr gut angenommen; insbesondere sind auch vom energetischen Standpunkt her einige innovative Häuser dort entstanden. Bei einem gemeinsamen Ortstermin, zusammen mit der zuständigen Marketingagentur allmender aus München, haben wir noch einige verbesserungsfähige Punkte in der Infrastruktur diskutiert, die wir in den nächsten Neubaugebieten berücksichtigen wollen.
Das infrastrukturelle Angebot an der Gruber- und Bürgerstraße läßt sicherlich wenige Wünsche offen, sollte aber mittelfristig auch noch näher zu den Bürgern in den Wohngebieten kommen, zumindest für die „Grundversorgung“.
• Poing-Süd
Hier zeichnen sich aus unserer Sicht positive Tendenzen ab. In Verbindung mit der Neugestaltung der Grundschule an der Karl-Sittler-Straße ist die Idee der Schaffung eines neuen Ortsteilzentrums eingebracht worden, welche wir unterstützen. In welcher Form dies realisiert werden kann, bleibt abzuwarten, aber eine Versammlungs- und Veranstaltungsstätte in Poing-Süd erachten wir als unbedingt notwendig. Durch die absehbare Neubebauung des sogenannten Ziffer-Grundstücks an der Neufarner Straße kann eine derzeit unschöne Lücke im Ortsbild geschlossen werden.
• Freizeitangebot
Ein Gemeinwesen lebt insbesondere vom Engagement der vielen ehrenamtlich Tätigen –
und hier haben wir Gott sei Dank in Poing eine ganze Menge! Unser herzlicher Dank geht deshalb an die Poinger Vereine und Vereinigungen, die mit viel unbezahltem Engagement Poing lebenswert und attraktiv machen!
Für die FWG-Gemeinderatsfraktion
Günter Scherzl
Freie Wähler – Aktiv für Poing!
www.fwg-poing.de



