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26. Juli 2013

Informationsveranstaltung der Freien Wähler zu G8/G9

Intensive Diskussion eines komplexen Themas: Professor Michael Piazolo erläutert das neue Volksbegehren der Freien Wähler. Links neben ihm sitzt Landtags-Direktkandidat Gottfried Obermair, rechts von links: Ruth Busl, Richard Drexl und Bernd Heilmeier. Foto: Otto Bußjäger

 

Mehr Zeit zum Leben

Olching – Bei bestem Biergartenwetter stellte sich ein hochkarätiges Gremium den Fragen des Publikums zur Zukunft des Gymnasiums aus Sicht der Freien Wähler: Neben dem Generalsekretär der Freien Wähler, Professor Dr. Michael Piazolo, zugleich hochschulpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, saßen Bundestags-Direktkandidat Bernd Heilmeier und die Landtags-Direktkandidaten Ruth Busl (München-Land Süd), Richard Drexl (Fürstenfeldbruck-West/Landsberg) und als Mit-Initiator der Veranstaltung Gottfried Obermair (Fürstenfeldbruck-Ost) auf dem Podium. Unter den Gästen befand sich unter anderem der 1. Bürgermeister der Nachbargemeinde und Bezirksrat Dr. Michael Schanderl, der auch den Kreisverband vertrat. Bildungswerk für Kommunalpolitik repräsentierte Hans Dieter Kuchenmeister.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Podiumsteilnehmer(in) präsentierte Professor Piazolo die Eckpunkte des laufenden Volksbegehrens der Freien Wähler. Anders als von Vielen befürchtet, soll es keine erneute „Wende rückwärts“ geben. Die Lehrinhalte sollen nach dem Willen der Freien Wähler unter Einbeziehung der seit Einführung des G8 erworbenen Erkenntnisse überarbeitet und einheitlich für beide Varianten sein – es müsse für G8 und für G9 ein einheitliches Abitur geben. Auch die Gesamtstundenzahl der Pflichtfächer soll in beiden Varianten gleich bleiben, Hauptziel sei es „mehr Zeit zum Leben" unter anderem für ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen. Ob vor Ort das Abitur nach acht oder nach neun Jahren abgelegt werden soll, entscheidet künftig nach dem Willen der Freien Wähler das Schulforum – also nicht das Ministerium von oben – sondern ein Gremium, das die Verhältnisse vor Ort am besten kennt und unter anderem aus Eltern, Lehrer(innen) und einem kommunalen Vertreter bestehen soll.

Anschließend entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, in der insbesondere die Olchinger Gymnasiallehrerin und Vorstandsmitglied Heidi Crusius ihre Skepsis hinsichtlich der demokratischen Entscheidungsfindung bei der Frage der Dauer der Schulbildung durchblicken ließ. Als gesellschaftlich sehr problematisch sah es Landtags-Direktkandidat Gottfried Obermair, dass das Ehrenamt massiv unter der enormen Leistungsverdichtung durch das G8 leidet. „Unter den jungen Feuerwehrlern in Germerswang ist kein einziger vom Gymnasium mehr“, sagte der aktive Feuerwehrmann und Kreisfeuerwehrreferent. „Das war früher anders und das ist nicht gut so für unsere Gesellschaft.“ Auch die Kreismusikschulen, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, würden unter massivem Nachwuchsmangel leiden. Von einem erfreulichen Wertewandel wusste Ruth Busl zu berichten. Die Unternehmerin hatte kürzlich ein Gespräch mit einer 14-Jährigen, die zu ihrer Verblüffung gefordert hat: „Ich will mehr Bildung!“ Für die Beibehaltung des bewährten praxisnahen dualen Ausbildungssystems plädierte vehement Richard Drexl. Der Direktkandidat für Fürstenfeldbruck-West und Landsberg hatte selbst den zweiten Bildungsweg beschritten und durch zahlreiche Umzüge leidvolle Erfahrungen mit den „viel zu vielen“ Abiturvarianten in Deutschland gemacht. Er begrüßte es nachdrücklich, dass mit dem Vorstoß der Freien Wähler „nicht noch eine“ weitere Variante geschaffen werden sollte. Drexl forderte, das „Erfolgsmodell“ duales Ausbildungssystem nicht durch die Erhöhung der Abiturquote auf Teufel komm raus zu gefährden.

Der aus Eichenau stammende Bundestags-Direktkandidat Bernd Heilmeier wies auf die massiv geänderten Berufsbilder hin: „Den früheren Traumberuf Kraftfahrzeugmechaniker gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch den Kfz-Mechatroniker, der neben Mechanik auch Elektronik- und IT-Kenntnisse benötigt. Auch der Schreiner arbeitet nicht nur handwerklich, sondern muss CAD-Programme bedienen und Maschinensteuerungssoftware einrichten können. Viele der über 650 Berufssteckbriefe haben sich durch die IT ziemlich verändert. Unser Bildungssystem muss dafür die jungen Menschen qualifizieren und vorbereiten. Das nun mehr Kinder auf das Gymnasium drängen, ist deshalb nicht nur logische Konsequenz sondern wichtig für ihr künftiges Berufsleben.“

Einig waren sich die Teilnehmer(innen) der Informationsveranstaltung im Olchinger Kolpingsheim darin, dass das laufende Volksbegehren alleine zwar die Rückbesinnung hin zu einer nicht nur auf kurzfristige wirtschaftliche Interessen fixierte Bildung fördern, nicht jedoch ohne zusätzliche Maßnahmen erreichen kann. Hinzukommen müssten auch geänderte Bildungsinhalte.